20 Wochen Dauerprotest

Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« beendet »Aktionspräsenz« am Fliegerhorst

Die Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« hat am Donnerstag ihre 20-wöchige Aktionsreihe am Fliegerhorst Büchel in der Eifel abgeschlossen. Seit dem 26. März hatten Gruppen aus ganz Deutschland sowie ausländische Teilnehmer an Ort und Stelle dafür demonstriert, daß die in Büchel stationierten Atomwaffen abgezogen werden. Außerdem forderten sie den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag der UNO. Den Abschluß der »Aktionspräsenz« in Büchel bildete eine Andacht, die um 11.02 Uhr, dem Zeitpunkt des Atombombenangriffs auf die japanische Stadt Nagasaki vor 73 Jahren, begann.

»Die Opfer der Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki mahnen uns, für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten«, erklärte der Sprecher der Kampagne, Marvin Mendyka. »Die Gefahr eines Atomkriegs ist heute so hoch wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.« Deutschland müsse »dringend aktiv werden für Abrüstung, die Atomwaffen aus Büchel abziehen lassen und dem UNO-Atomwaffenverbot beitreten«, so Mendyka.

Insgesamt hatten sich nach Angaben der Organisatoren 40 Parteien und Gruppen und rund 2.000 Menschen an den Aktionen beteiligt. Nach dem traditionellen Ostermarsch, zu dem in Büchel dieses Jahr rund 400 Menschen gekommen waren – so viele wie nie zuvor, hieß es – hatten im Sommer spektakuläre Aktionen des zivilen Ungehorsams stattgefunden.
So blockierten rund 50 Friedensaktivisten im Rahmen einer Aktion der Deutschen Kommunistischen Partei am 20. Juli drei Stunden lang zentrale Zufahrten des Fliegerhorstes. Die Aktion der deutschen Kommunisten wurde am 21. Juli mit Unterschriftensammlungen, einer internationalen Kundgebung mit Rednern aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg und einer symbolischen Blockade des Haupttores fortgesetzt.

Die Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« ist Teil des weltweiten ICAN-Netzwerkes, welches im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Am Donnerstag endete auch die Fastenaktion des Pfarrers im Ruhestand Matthias Engelke, die er seit 2010 jeweils zwischen den Jahrestagen der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki wiederholt. Allerdings fängt er für jedes weitere Jahr, in dem in Deutschland Atomwaffen lagern, einen Tag früher an. Vom 5. August, dem Vorabend des Hiroshima-Gedenktags, mußte er den Beginn des Fastens seither schrittweise auf den 28. Juli vorverlegen. (jW/ZLV)

Freitag 10. August 2018