Ernstes Zerwürfnis in Athen

SYRIZAs Koalitionspartner droht mit Sturz der Regierung

Sollte die Vereinbarung zur Lösung der Namensfrage der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien (FYROM) zur Ratifizierung ins griechische Parlament kommen, wird Armeeminister Panos Kammenos die Regierung stürzen. Das erklärte der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei »Unabhängige Griechen« (ANEL) am Mittwoch in einem Radiointerview, berichtet die »Griechenland Zeitung«. Die Partei von Kammenos ist Juniorpartner der Regierung von Alexis Tsipras (SYRIZA).

Das Parteiprogramm der Rechtspopulisten sieht vor, daß der Begriff »Mazedonien« bei der Benennung des nördlichen Nachbarlandes nicht in Frage kommt. Weiterhin sprach sich Kammenos für die Durchführung einer Volksbefragung zu dieser Thematik aus. Das griechische Volk müsse auf die Frage antworten, ob es dafür oder dagegen sei, daß der Begriff »Mazedonien an die FYROM übergeben« soll.

In Skopje wird unterdessen für den 30. September ein Referendum vorbereitet. Die Bürger sollen beantworten, ob sie damit einverstanden sind, daß ihr Land künftig »Republik Nord-Mazedonien« heißen soll, wie es im Juni in einer Vereinbarung zwischen Athen und Skopje festgeschrieben worden war. (GZ/ZLV)

Der Rechtspopulist Panos Kammenos am 5. Juli bei einer Debatte im griechischen Parlament (Foto: EPA)

Freitag 10. August 2018