Lebensqualität und Motivation im Öffentlichen Dienst

Das Geld spielt die wichtigste Rolle

Zwischen dem 24. April und dem 31. Mai 2017 befragte TNS-Ilres im Auftrag des Innenministeriums 26.693 Menschen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, zum Thema Arbeitsmotivation und Lebensqualität im Öffentlichen Sektor. Das Resultat wurde am Montagvormittag von Innenminister Dan Kersch vorgestellt. Antworten auf die Befragung kamen, trotz absolut anonymisierten Erhebungsverfahrens, wie betont wurde, von lediglich 6.848 Personen, was einer prozentualen Beteiligung von gerade einmal 26 Prozent entspricht. Diese Beteiligung teilt sich auf in 2.048 Antworten aus dem Schulsektor, 248 von Angestellten, 597 aus Armee und Polizei sowie 3.919 von anderen Angestellten und Funktionären.

Heraus kam dabei, daß sich 6 Prozent der Teilnehmer als »extrem zufrieden« mit ihrer Situation bezeichneten, 39 Prozent als »sehr zufrieden« und 42 Prozent als »zufrieden«. Zehn Prozent sahen sich »wenig zufrieden« und drei Prozent als »gar nicht zufrieden«.

Am meisten zufriedenstellend wurden die Entlohnung (54 Prozent »sehr zufrieden« oder »extrem zufrieden«) sowie die eigene Tätigkeit als solche bewertet. Hapern tut es offenbar im Bereich der internen Kommunikation (rund 39 Prozent unzufrieden) sowie bei der persönlichen Karriere-Perspektive (rund 28 Prozent unzufrieden).

Achtzig Prozent der Befragten gaben darüber hinaus an, auf die Arbeit, die sie verrichten, einmal wöchentlich bis jeden Tag stolz sein zu können und erklärten, daß besonders das autonome Arbeiten und der Inhalt der Tätigkeit dazu beitragen würden. Am unteren ende der Skala liegen Kenntnis der eigenen Tätigkeiten durch direkte Vorgesetzte und das Umgangsverhältnis zwischen den Hierarchie-Ebenen.

Überproportional viel Streß

Negativ wird es in den Umfrage-Antworten vor allem beim Streß: Hier sagten 32 Prozent, sie seien täglich oder meistens negativem Streß ausgesetzt, während 43 Prozent gelegentlich darunter litten. Rund 64 Prozent gaben zudem an, schon krank zur Arbeit gekommen zu sein und 31 Prozent sind der Ansicht, ihre Arbeit hätte einen schlechten Einfluß auf die psychische Gesundheit. Dabei erklärten 81 Prozent, niemals oder selten in Konflikt mit ihren direkten Vorgesetzten zu kommen. Diese Aussagen entsprechen also beileibe nicht dem typischen Klischee von der ruhigen Kugel, welches in Witzen gerne bedient wird.

Bei den großen Wünschen für die Zukunft stechen vor allem zwei Punkte heraus:

Der Wunsch nach noch mehr Arbeitsautonomie wurde von 42 Prozent der Befragten geäußert. Direkt auf Position zwei kommt die Arbeit von daheim (»home office«), welche sich 26 Prozent der Befragten wünschen. Trotz Streß und internen Hürden könnten sich lediglich 5 Prozent der Befragten vorstellen, den Posten im Öffentlichen Dienst zu quittieren, um eine Stelle im Privatsektor anzunehmen.

CK

Montag 13. November 2017