Angriff der USA gegen Syrien

Strategie des gewaltsamen Sturzes von Präsident Assad wird fortgesetzt

Das USA-Militär hat im Süden Syriens eine Einheit von Regierungstruppen aus der Luft angegriffen. Das bestätigten Pentagonkreise am Donnerstag. In einer Mitteilung der von den USA geführten »Anti-IS-Koalition« hieß es, man habe »regimefreundliche Kräfte« angegriffen.

Ein Vertreter des Pentagon, der nicht namentlich zitiert werden wollte, sagte, ein Kommandeur der »Anti-IS-Koalition« habe entschieden, daß die Regierungstruppen »eine Gefahr für Mitglieder der Koalition« dargestellt hätten. Daraufhin seien zunächst »Warnschüsse« abgegeben worden, hieß es. Schließlich habe man den Luftangriff ausgeführt. Laut unbestätigten Informationen starben bei dem Angriff mindestens acht Menschen, vermutlich Angehörige von mit der syrischen Armee verbündeten Milizen.

In der Mitteilung der Koalition wird behauptet, die »regimefreundlichen Kräfte« hätten sich nordwestlich des Ortes At-Tanf innerhalb einer »Deeskalationszone« bewegt. Westliche Militärs hätten seit Monaten (!) »innerhalb dieser Gegend« operiert, um Verbündete im Kampf gegen den »IS« auszubilden. Die Erklärung ließ zunächst offen, um welche Kräfte der »Anti-IS-Koalition« es sich handelte. Bekannt ist, daß sich militärische Einheiten der USA entgegen dem Völkerrecht auf syrischem Territorium aufhalten.

Die Angriffe seien ausgeführt worden, nachdem Rußland versucht habe, die »regimefreundlichen Kräfte« davon abzuhalten, sich weiter zu nähern. Laut Berichten der Agentur Reuters haben Kriegsflugzeuge der »Anti-IS-Koalition« einen Luftangriff gegen Stellungen regierungstreuer Truppen in Syrien geführt. Der Schlag sei angeblich eine Reaktion auf einen Angriff regierungstreuer Militärs gegen die von den USA unterstützten »Oppositionskräfte« gewesen. Laut AFP passierte der Angriff in unmittelbarer Nähe der syrisch-jordanischen Grenze. Eine Quelle des USA-Militärs erklärte gegenüber AFP, ein Konvoi habe sich »auf dem Anmarschweg bewegt und in keiner Weise auf zahlreiche Warnversuche reagiert, sich den Koalitionskräften in At Tanf nicht zu nähern. Die regierungstreuen Truppen seinen angeblich »ohne Genehmigung« in die sogenannte Deeskalationszone einmarschiert und »wurden daher als Bedrohung für die mit den USA verbündeten Truppen wahrgenommen«.

Aus syrischen Militärkreisen wurde bekannt, daß der Luftangriff um 16.38 Uhr auf einen Militärposten an der al-Tanf-Straße stattfand. Bei dem Angriff wurden mehrere Menschen getötet. Der Vorwurf, die syrischen Kräfte hätten nicht auf Warnungen reagiert, wurde zurückgewiesen. Die syrische Armee kämpfe auf eigenem Territorium gegen Terroristen, und niemand habe das Recht, sie bei ihrem Ziel, der Vernichtung von IS und Al Kaida, aufzuhalten, sagte ein Militärsprecher. Diejenigen, die behaupten, ebenfalls diese beiden Terrororganisationen zu bekämpfen, sollten ihre Angriffe gegen die Terroristen richten und nicht gegen die syrische Armee, fügte er hinzu.

Der Angriff der von den USA geführten Koalition gegen regierungstreue Kräfte in Syrien bedeute, daß die USA an ihrem früheren Kurs zum Sturz des syrischen Präsidenten Baschar Assad festhalten, erklärte der Vizevorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des russischen Parlaments, Dmitri Nowikow.

Igor Morosow, Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses des Föderationsrates, erklärte, daß der Angriff im UNO-Sicherheitsrat als Aggressionsakt gegen einen souveränen Staat eingestuft werden müsse. »Die Verhandlungen in Genf und Astana müssen fortgesetzt werden, aber die einseitigen Schläge der USA gegen Syrien müssen zum Akt einer militärischen Aggression gegen einen unabhängigen Staaten erklärt werden«, sagte Morosow.

(Agenturen/ZLV)

Freitag 19. Mai 2017