Deutsche Werft will Holding nach Luxemburg verlegen

Papenburg – Die Papenburger Meyer Werft bleibt bei ihrem Plan, den Mutterkonzern von Papenburger Meyer Werft und Rostocker Neptun Werft in Luxemburg anzusiedeln. Gespräche zwischen Werft, Niedersachsens Landesregierung, der IG Metall und dem Betriebsrat hätte die Geschäftsführung nicht umstimmen können, bestätigte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Hannover. Ende Juni war bekanntgeworden, daß der Sitz des Mutterkonzerns von Rostock nach Luxemburg verlegt werden soll. Betriebsrat, IG Metall und Landesregierung hatten dagegen protestiert. Vereinbart worden war, bis September eine Lösung zu finden.

»Man kann sagen, daß die Gespräche abgeschlossen sind und die Teilnehmer unterschiedlicher Meinung sind«, sagte ein Sprecher des Kreuzfahrtschiffbauers. Die Meyer Werft hatte für den Plan, ihre Holding in Luxemburg zu gründen, viel Kritik eingesteckt. Hintergrund ist, daß Meyer im vergangenen Jahr vom koreanischen STX-Konzern eine Werft im finnischen Turku übernommen hat. Meyer hatte den Umzug damit begründet, die nach deutschem Recht anstehende Gründung eines Aufsichtsrates umgehen zu wollen. Ein großer Vorteil des Unternehmens sei es bislang gewesen, schnell und flexibel entscheiden zu können. »Dieses läßt ein Aufsichtsrat nicht zu«, hatte die Werft argumentiert. Zudem solle in Luxemburg ein Büro für den zentralen Einkauf für alle drei Werften eingerichtet werden.

Die Werft in Papenburg ist mit 3.300 Beschäftigten eines der wichtigsten Unternehmen im Emsland und Ostfriesland. Laut IHK Ostfriesland-Papenburg in Emden sichert die Werft in den Landkreisen Emsland und Leer mehr als 6.000 Arbeitsplätze, auf der Werft direkt und bei Zulieferern. (dpa/ZLV)

Donnerstag 3. September 2015