150 Kinder in Gaza angeschossen

USA stellen sich im UNO-Sicherheitsrat schützend vor Israel

London/New York – Nach Angaben der Kinderschutzorganisation Save the Children sind bei den Protesten von Palästinensern durch israelische »Sicherheitskräfte« am Rande des Gaza-Streifens mindestens 150 Kinder angeschossen worden. Allein am Montag seien sechs Kinder getötet worden, teilte Save the Children am Dienstag in London mit. Seit Beginn der Proteste am 30. März seien 14 Kinder gestorben.

»Das Töten von Kindern kann nicht gerechtfertigt werden«, sagte die für die palästinensischen Autonomiegebiete Save-the-Children-Funktionärin Jennifer Moorehead. »Wir rufen alle Parteien dringend auf, aktive Schritte zu unternehmen, um sicherzustellen, daß Kinder nicht verletzt werden und Kinder im Einklang mit der Genfer Konvention und der Menschenrechte zu schützen«, erklärte Moorehead.

Die Krankenhäuser im Gazastreifen seien bereits vor den jüngsten Auseinandersetzungen zu 90 Prozent ausgelastet werden. Verwundete müßten auf Fluren behandelt werden. Vielen Einwohnern sei die notwendige Hilfe überhaupt nicht zugänglich.

Israel habe sich »bei der Gewalt in Gaza« mit »mehr als 50 getöteten Palästinensern und Hunderten Verletzten« nach Einschätzung der USA »zurückgehalten«. Das sagte die USA-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Dienstag. Sie machte damit erneut vor allem die Palästinenser verantwortlich für die blutigen Ereignisse, ignorierte die Tatsache, daß auf Seiten Israels keinerlei Verluste gemeldet wurden und log sogar über die Anzahl der erschossenen und verwundeten Palästinenser. Kein Staat würde »diese Art von Aktivitäten« hinnehmen, sagte Haley mit Blick auf die Proteste an der Gaza-Grenze vom Montag. »Kein Land in dieser Kammer würde sich mehr zurückhalten als Israel dies getan hat«, sagte sie.

Einen Zusammenhang der tödlichen Gewalt mit der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem schloß Haley aus. Diese »untergräbt die Aussichten auf Frieden in keiner Weise«, sagte Haley. »Die Gewalt kommt von denjenigen, die den Staat Israel überall ablehnen.«

Konkrete Schritte des Sicherheitsrats waren nach den blutigen Ereignissen vom Montag nicht absehbar. Die Sitzung diente der offenen Debatte und fand auf Antrag des arabischen Golfstaats Kuwait statt. Bemühungen, den Ablauf der Zusammenstöße von unabhängigen Ermittlern untersuchen zu lassen, hatten die USA bereits am Montag blockiert. (dpa/ZLV)

Verteidigt im UNO-Sicherheitsrat die Blut-Orgie Israels: USA-Botschafterin Nikki Haley (Foto: AFP)

Mittwoch 16. Mai 2018