Erster Kollektivvertrag für das liberalisierte Postunternehmen

Gehälterstruktur und Zulagen vereinbart

Wie der OGBL jetzt mitteilte, wurde am vergangenen 20. September ein erster Kollektivvertrag für das neue, aus der im Zuge der von Brüssel verfügten und umgesetzten Liberalisierung der Post entstandenen Unternehmen »Entreprise des P&T« (EPT) zwischen den Gewerkschaften OGBL und LCGB einerseits und dem Patronat andererseits unterzeichnet.
Hinter dem neuen, trendigen Logo der Post, welches bewußt mit dem traditionellen Post-Piktogramm und der damit verbundenen öffentlichen Institution brechen soll, verbirgt sich nämlich ein drastischer Absturz der Arbeitsqualität. Nicht nur der Arbeitsaufwand der Beschäftigten hat sich erhöht, auch sind neu eingestellte Briefträger und andere Beschäftigte privat angestellte Mindestlöhner, im Gegensatz zur früheren Staatsbeamtenlaufbahn bei entsprechender Entlohnung.

Wie der OGBL weiter mitteilte, habe man als minoritäre Gewerkschaft im Betrieb erreichen können, die Absicherung der Bestimmungen des Staatsarbeiterkollektivvertrags vom 1. Januar 2009 für die vor dem 1. Januar 2011 eingestellten Beschäftigten zu erhalten. Dazu sei eine automatische Anpassung an zukünftige Punktwerterhöhungen des öffentlichen Dienstes festgehalten worden.

Für Beschäftigte, die nach dem 1. Januar 2011 zu den schlechteren Konditionen des privatisierten Unternehmens eingestellt worden sind, wurden demnach folgende Punkte festgeschrieben:
Die Einführung einer Gehälterstruktur für sämtliche Berufsbilder und Ausbildungsstufen von Schulabschluß bis hin zum Masterdiplom, verbesserte Einstiegslöhne gegenüber dem Mindestlohn inklusive Essens- und Jahresendzulagen für Beschäftigte ohne Diplom.

Für die Laufbahn A ist dies der Mindestlohn plus 10 Prozent, für die Laufbahn B plus 15 Prozent und für Laufbahn C plus rund 20 Prozent.
Dabei gilt, so der OGBL, für alle Laufbahnen ein automatischer Lohnanstieg nach Dienstalter und Beförderungsmöglichkeiten nach festgelegten Kriterien.

Weiterhin enthält der Kollektivvertrag:

Eine Essenszulage von monatlich 113 Euro über elf Monate und indexiert, sowie die Auszahlung einer halben Jahresendzulage für die Laufbahnen A-C und die Auszahlung eines Jahresbonus nach Bewertung zwischen 0 Prozent und 10 Prozent (12 Prozent Laufbahn E) des Jahreslohns für die Laufbahnen D bis F.

Die Löhne für kaufmännische Angestellte sollen durch das Anheben des fixen Lohnanteils abgesichert werden, zudem nach Dienstalter gestaffelt zusätzliche Urlaubstage gewährt und insgesamt das Mitspracherecht der Personaldelegierten gestärkt werden, indem eine paritätische Beratungskommission eingeführt wird.

Der Kollektivvertrag gilt retroaktiv seit dem 1. Januar 2011.

CK

Christoph Kühnemund : Mittwoch 2. Oktober 2013