Vereinigung hauptstädtischer Interessenvereine:

Neue Straßen braucht das Land auch

Selbst wenn wir davon ausgehen, daß, wie von USILL (»Union des Syndicats d’Intérêts locaux de la Ville de Luxembourg«) und KPL gefordert, die Überkonzentrierung der Arbeitsplätze auf die Hauptstadt (47 Prozent der landesweiten und somit über 203.000) und die Anrainergemeinden (zusammen 66 Prozent der landesweiten) auf das normale Maß von 2,5 Einwohnern pro Arbeitsplatz zurückgeführt wird in den nächsten Jahrzehnten, wird es nicht ohne zusätzliche neue Straßen gehen.

Ist der Schöffenrat nach der Wahl nicht bereit, auf diesen Weg zu gehen, und macht er weiter mit dem Ausbau der Arbeitsplätze wie im Gaspericher Bann, wo nochmals 20.000 hinkommen, wird selbst ein beidseitig vierspuriger Ausbau der Autobahn von der französischen zur belgischen Grenze nicht reichen. Es werden dann zusätzliche Stadteinfahrten nötig – und die können nur unterirdisch erfolgen. Schon aus Kostengründen sollte also die Vernunft siegen und die Ansiedlung der Arbeitsplätze im Land dezentralisiert werden.

Wir erlauben uns an den Stübben-Plan zu erinnern, der noch vorm Vago-Plan bei jeder Stadterweiterung zusätzliche Boulevards vorsah. Später wurde leider darauf vergessen und der Boulevard de la Foire blieb der letzte, obwohl es danach längst einen weiteren hätte geben müssen. Denn auch für die vernünftige Erschließung neuer Wohnviertel braucht es vor Baubeginn mehr als nur die Straßen zwischen den Häusern. Etwas, das übrigens gerade jetzt wieder in Merl und Zessingen falsch gemacht zu werden droht.

Straßenbauliche Maßnahmen

Die USILL fordert zum er­sten eine beschleunigte Verwirklichung der neuen N3 von Bonneweg (Letzter Stüber) bis südlich Alzingen, des weiteren die Schließung des Autobahnringes der Hauptstadt im Norden. Als Beispiel für einen möglichen Verlauf wird vorgeschlagen: beidseitig Auskreuzung auf Heisdorfer Plateau aus der A7; Tunnelabstieg ins Alzettetal, dort Anschluß der N7; Talquerung in akustisch geschlossenem Caisson durch Urbanisierungslücke südlich Bofferdingen; Aufstieg aufs Steinseler Plateau im Tunnel und folgende Waldgebietsunterquerung im Tunnel; Anschluß an N12; weitere Waldgebietsunterquerung im Tunnel; beidseitige Einkreuzung in A6 nördlich von Straßen. »Dadurch würde auch das sogenannte, sehr umstrittene Projekt ‘Westtangente’ gegenstandslos.«

Gefordert wird weiters eine zweite Umfahrungsstraße der Hauptstadt in Form einer zweispurigen Straße. Dies um den Transversalverkehr der sie kreuzenden Radialstraßen zu erfassen. »Ihr erster Abschnitt wäre im Südwesten und bestünde aus den zukünftigen Peripherieboulevards von Merl und von Zessingen (ab Route d’Arlon in Strassen bis zum neuen Fußballsta­dion), nach Osten verlängert bis zur zukünftigen neuen N3.«

»Die nordwestliche Verlängerung der zweiten Umfahrungsstraße der Hauptstadt, von der N6 bis zur N7, könnte zunächst aus der anläßlich der (zurückgezogenen) Sektorialpläne kommunizierten geplanten Nordwestumfahrung von Strassen bestehen. Ihre Fortsetzung könnte die Bestandsstrecke Bridelerstraße nördlich von Strassen – Kreisel südlich von Bridel – Kreisel ‘Bürgerkreuz’ sein. Eine Fortführungsmöglichkeit wäre die Trasse Richtung ‘Jagdschloß’ – nördliches Eicherfeld – allmählicher Tunnelabstieg ins Alzettetal – Einmündung in die Beggenerstraße gegenüber der Zementwerkstraße (Urbanisierungslücke).«

»Die nordöstliche Weiterführung bis zum Kirchbergplateau könnte bestehen aus der Trasse der existierenden, zu verbreiternden Zementwerkstraße – Untertunnelung des ‘Westhangs’ bzw. des Dommeldingerbergs – Verknüpfung mit der N11 oberhalb des Parkhotelkomplexes – genügend langer Tunnelaufstieg aufs Kirchberger Plateau (zwecks Vermeidung zu starker Steigungsverhältnisse) – und schlußendlich Einmündung auf demselben im Bereich des Frieden- und Adenauerboulevards.«

»Die südöstliche Teilstrecke der zweiten Umfahrung der Hauptstadt könnte aus folgender Trasse bestehen: Ab Verknüpfung neue N3 mit alter N3 südlich von Alzingen – neue Südostumfahrung von Alzingen bis zur Bestandsstrecke Hesperingen – Mitbenutzung letzterer bis zum kleinen Kreisel südlich von Itzig, sodann Neubaustrecke (Umfahrung von Itzig) ab dort bis etwa zum Teich an der bestehenden Straße Itzig – Sandweiler, sodann Benutzung der Bestandsstrecke bis Höhe Scheidhof, sodann bestehende Scheidgrundstraße und Eisenhowerstraße bis zur Einmündung in N2.«

»Die Schließung dieses neuen Rings im Osten könnte folgendermaßen aussehen: Ab Einmündung Eisenhowerstraße in N2 – neue Straße am westlichen Ende des Flughafenbereichs entlang, parallel zur N2 bis in die Nähe des Kreisels ‘Irrgarten’ (als Ersatz für das Konzept einer technisch sehr schwierigen Untertunnelung des Flughafens), dann (ohne Verknüpfung) Abknicken nach Nordosten, parallel zu bestehender Straße Richtung Findel, bis gegenüber der Einmündung des Kaltgesbrücker Astes der Neudorferstraße in die N1, sodann über verbreiterten Abstieg besagten Astes ins Tal bis kurz vor dem Trennungspunkt der beiden Äste der Neudorferstraße, dann kurzer Tunneldurchstich vom Kaltgesbrücker Ast der Neudorferstraße in den Grünewalder Ast der Neudorferstraße zwecks Umgehung der östlichsten Neudorfer Häuser, anschließend direkt gegenüber Tunnelaufstieg in nördlicher Richtung zwecks Erreichung des Kirchbergplateaus im Bereich der oberen Grünewalderstraße, auch ‘Kloosegrennchen’ genannt.«

(wird fortgesetzt) jmj

Dienstag 12. September 2017