92 Prozent sagen, Immobilienpreise seien zu hoch

ING-Studie: In Luxemburg haben 27 Prozent Probleme, die Miete zu zahlen

Neubaugebiet Nonnewisen in Esch/Alzette: Neun von zehn Befragten sagen, die Immobilienpreise in Luxemburg seien zu hoch


Nach ihrer Meinung zur derzeitigen Höhe der Immobilienpreise in ihrer Umgebung gefragt, antworteten 92 Prozent in Luxemburg mit »teuer«, keiner (0 Prozent) mit »nicht teuer« und acht Prozent antworteten mit »ungefähr auf der richtigen Höhe« oder mit »weiß nicht«. Luxemburg belegt damit in einer neuen Studie der niederländischen Großbank ING unter 13 europäischen Ländern, den USA und Australien den unangefochtenen Spitzenplatz. Mit deutlichem Abstand folgt die Türkei, wo demnach 79 Prozent mit »teuer«, gleichzeitig aber auch drei Prozent mit »nicht teuer« antworteten.

In unseren drei Nachbarländern waren derweil deutlich weniger Befragte der Ansicht, die aktuellen Immobilienpreise in ihrer Umgebung seien »teuer« – in Deutschland waren es der Studie zufolge 56 Prozent bei immerhin neun Prozent, die gegenteiliger Ansicht waren, für Belgien gibt der »ING International Survey Home Costs and Prices« ein Verhältnis von 69 zu drei Prozent an und für Frankreich eins von 58 zu sechs Prozent. Den niedrigsten Anteil von Befragten, die der Ansicht waren, die derzeitigen Immobilienpreise in ihrer Gegend seien »teuer«, weisen der im Juni durchgeführten Umfrage zufolge die USA mit 49, die Niederlande mit 50 und Italien mit 51 Prozent auf, die Durchschnittswerte für die 13 europäischen Staaten liegen bei 61 und sieben Prozent.

Trotzdem war der ING-Studie zufolge fast die Hälfte (49 Prozent) der Einwohner Luxemburgs der Meinung, das Land sei in Sachen Wohnungsbau »grundsätzlich auf dem richtigen Weg«, nur 22 Prozent der Befragten gaben an, der eingeschlagene Weg sei »falsch«. In Deutschland waren sogar 50 Prozent der Befragten der Ansicht, der eingeschlagene Weg sei richtig (gegenüber 23 Prozent, die gegenteiliger Ansicht waren), in Frankreich waren es demnach lediglich 40 Prozent und 23 Prozent mit gegenteiliger Ansicht und in Belgien sogar nur 36 Prozent gegenüber 29 Prozent der Befragten, die der Ansicht waren, der wohnungspolitisch eingeschlagene Weg sei falsch.

Eine weitere interessante Fragestellung von Studienherausgeberin Fleur Doidge und der Verhaltenswissenschaftlerin Nathalie Spencer lautete: »Wie leicht oder schwer fällt es Ihnen, jeden Monat die Miete oder Hypothekrückzahlung zu bezahlen?« Hierbei antworteten 27 Prozent der in Luxemburg befragten Mieter mit »schwer« oder mit »sehr schwer«, während der Studie zufolge in Deutschland nur 14 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten Probleme mit der Mietzahlung, in Frankreich waren es demnach 19 und in Belgien 20 Prozent.

Der Anteil jener, die erklärten, Probleme mit der monatlichen Mietzahlung zu haben, war nur in vier der insgesamt 15 betrachteten Länder höher als in Luxemburg: In Spanien sagten demnach 29 Prozent, es falle ihnen »schwer« oder »sehr schwer«, die Miete zu zahlen, in Polen 31 Prozent, in der Türkei 32 Prozent und in Italien sogar 33 Prozent.

Der in Luxemburg ermittelte Anteil von neun Prozent der Haus- oder Wohnungseigentümer, die erklärten, ihnen falle die Hypothekrückzahlung »schwer« der »sehr schwer«, liegt hingegen weit unter dem Durchschnitt der 13 europäischen Länder von 19 Prozent und auch unter den Werten, die in den Nachbarländern ermittelt wurden: In Deutschland tun sich der ING-Studie zufolge elf Prozent »schwer« oder »sehr schwer« damit, die Hypothek zurückzuzahlen, in Frankreich und Belgien jeweils 16 Prozent.

oe

Oliver Wagner : Dienstag 12. September 2017