RTL Group meldet Umsatz- und Gewinnzuwächse

Dank ihrer deutschen Sender RTL, Vox, n-tv, Super RTL und RTL 2 konnte die von der deutschen Bertelsmann AG kontrollierte RTL Group am Donnerstag Umsatz- und Gewinnzuwächse im ersten Quartal melden. Dennoch gab sich der Konzernvorstand für das Gesamtjahr zurückhaltend. »Zu Beginn des zweiten Quartals waren die Bedingungen auf den Werbemärkten weiterhin herausfordernd, mit rückläufigen Werten in allen Kernmärkten der RTL Group«, erklärten die beiden Konzernchefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch in einer Pressemitteilung. Weil die Marktentwicklung schwer vorherzusagen sei, sei nach wie vor unsicher, ob das Ergebnis das von 2012 erreichen werde.

Im ersten Quartal erhöhte der mit 53 TV- und 28 Radiosendern größte Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und -radio in Europa den Umsatz um 0,5 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Dies sei vor allem den deutschen Sendern sowie dem Verkauf der Rechte an der Handballweltmeisterschaft zu verdanken. Das operative Ergebnis (EBITA) stieg den Angaben zufolge um 8,4 Prozent auf 207 Millionen Euro, auch hier sei das Deutschland-Geschäft der wesentliche Treiber gewesen. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn für die Aktionäre um 18,7 Prozent auf 133 Millionen Euro.

Während in Deutschland mit einem um 22,9 Prozent gesteigerten Vorsteuergewinn von 134 Millionen Euro das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte erzielt wurde, sieht es im übrigen Europa weniger rosig aus. So ist der französische Werbemarkt im ersten Quartal um über zehn Prozent eingebrochen, entsprechend ging das Vorsteuerergebnis des Senders M6 von 63 auf 60 Millionen Euro zurück. Rückläufig entwickelte sich auch das Geschäft der Produktionstochter Fremantle Media, deren Umsatz von 311 auf 303 Millionen Euro schrumpfte, und die ein von 13 auf zehn Millionen Euro gesunkenes Vorsteuerergebnis vermeldete.

Derweil hat Bertelsmann weitere Anteile an der RTL Group an der Börse verkauft und damit 1,4 Milliarden Euro erzielt. Damit sollen Investitionen in neue Geschäftsfelder mitfinanziert werden. Bisher war die Aktie nur in Luxemburg und in Brüssel gelistet. Mit der Einführung in den strengregulierten Prime Standard an der Frankfurter Börse dürfte die RTL Group bald in den deutschen Nebenwerteindex MDAX einziehen. Bertelsmann bleibt aber Mehrheitsgesellschafter seiner profitabelsten Sparte mit einem Anteil von gut 75 Prozent.

oe

Oliver Wagner : Freitag 17. Mai 2013