Internationale Politik

Letzter Eintrag : 22. September.

Von der Guerilla zur Partei

In Bogotá gründen sich Kolumbiens FARC als legale Organisation neu. Doch der Friedensprozeß ist weiter gefährdet

Nach mehr als einem halben Jahrhundert des bewaffneten Kampfes hat am Sonntag in Bogotá der Kongreß begonnen, auf dem sich die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes (FARC-EP) in eine legale Partei umwandeln wollen. Über 1.000 Delegierte beraten bis zum heutigen Donnerstag über das Programm, die Statuten und den Namen der neuen Organisation. Als Favorit dafür gilt die Bezeichnung »Revolutionäre Alternative Kräfte Kolumbiens«, denn auf diese Weise könnte die neue Partei das alte (...)

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Diplomatische Bemühungen und Drohungen

Die israelische Regierung droht den syrischen Präsidentenpalast zu bombardieren. Arabische Nachbarstaaten arbeiten an der Normalisierung ihrer Beziehungen mit Damaskus

Ein nahezu historisches Foto machte Anfang der Woche in arabischen Medien die Runde. Im libanesisch-syrischen Grenzgebirge Qalamoun waren Soldaten aufmarschiert, die die libanesische und die syrische Nationalfahne hielten und die Fahne der Hisbollah.
Soldaten aller drei Armeen hatten in den letzten Wochen bei der Vertreibung von rund 400 verbliebenen Kämpfern des selbst ernannten »Islamischen Staates« kooperiert. Die libanesische Armee griff die Stellungen vom Libanon an, die syrische Armee (...)

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Die Opiumschwemme

Afghanistan und der wuchernde Schlafmohn

Afghanistan bringt in diesem Jahr wohl die größte Opiumernte seiner Geschichte ein. Satellitenbilder aus Helmand im Süden zeigen kaum noch andere Pflanzen. Das hat schwere Konsequenzen.
Es war eine riesige Ladung: Hunderte hellgraue Kanister, säuberlich aufgereiht für die Fotos der afghanischen Polizei. Die hatte am 2. Juli in der westafghanischen Großstadt Herat in einem Lastwagen insgesamt 20.000 Liter Acetanhydrid gefunden, einen Stoff zur Heroinherstellung. Bestimmungsort: die Drogenfabriken (...)

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Rassistischer Bann

Vor 60 Jahren verweigerten der Gouverneur von Arkansas und ein Mob weißer Bürger schwarzen Schülern den Zutritt zur High School von Little Rock

Zu Beginn des Schuljahres im Herbst 1957 sollten überall in den USA schwarze und weiße Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Das hatte der Oberste Gerichtshof der USA im Klageverfahren »Brown gegen Board of Education« drei Jahre zuvor entschieden. Das Verfassungsgericht der USA hatte die »Rassentrennung in öffentlichen Schulen« in seiner Grundsatzentscheidungen als »verfassungswidrig« gebrandmarkt und die Schulbezirke aller USA-Bundesstaaten angewiesen, schwarze Schülerinnen und Schülern in bislang (...)

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»Ihr habt uns alles genommen!«

Mikis Theodorakis in der Zeitung »TA NEA« zur aktuellen antikommunistischen Hysterie

In einem Brief an die bürgerliche Tageszeitung »TA NEA« intervenierte der Komponist Mikis Theodorakis als Reaktion auf die antikommunistischen Ausfälle in dieser und anderen Zeitungen, die im Zusammenhang mit Veranstaltungen der EU-Präsidentschaft Estlands in Tallinn neue Blüten treibt.
»Mich erschreckt die antikommunistische Hysterie, die ihre Zeitung überschwemmt«, schreibt Mikis Theodorakis. »Als junger Kommunist hatte ich die Ehre, in den Reihen der Nationalen Befreiungsfront EAM für die (...)

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Die Militarisierung des Internets

Berliner Regierungsberater warnen deutsche Repressionsbehörden eindringlich vor der Durchführung von Cyberattacken via Internet

In einem soeben erschienenen Arbeitspapier warnt die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) davor, auf Attacken von Hackern gegen deutsche Computersysteme mit »Gegenangriffen« zu reagieren. Es sei »einer der zentralen Mythen des Cyberspace«, daß die »Offensive« gegenüber der »Defensive« die »Oberhand« habe, erklärt der regierungsnahe Think Tank. So könne ein Angreifer meist gar nicht abschätzen, wie sich sein Angriff auswirke, da hierfür »eine sehr genaue Kenntnis des Ziels und der darin (...)

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Protest gegen Zensur

»Linksunten Indymedia« vorübergehend wieder online. Begründung des Innenministers offenbar falsch. Keine Waffen bei Betreibern gefunden

Das am Freitag ausgesprochene Verbot der Internetplattform »linksunten.indymedia.org« ist von den Verantwortlichen offenbar mit Lügen begründet worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Freitag morgen erklärt, bei den im Zusammenhang mit dem Verbot durchgeführten Hausdurchsuchungen in Freiburg seien bei den mutmaßlichen Betreibern »Messer, Schlagstöcke, Rohre und Zwillen« beschlagnahmt worden. Tatsächlich aber wurden diese offenbar nicht bei den Personen gefunden, die (...)

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Make-up hilft nicht

Frankreichs Präsident Macron immer unbeliebter

So schnell verlor noch kein Präsident die Gunst der Franzosen. Ausgaben von 26.000 Euro für Make-up machen die Sache nicht besser.
Hohe Rechnungen von der Visagistin, niedrige Zustimmung in der Bevölkerung: Das französische Staatsoberhaupt Emmanuel Macron muß sich vor der Rückkehr aus der Sommerpause Häme und Kritik gefallen lassen. Der Popularitätsverfall des mit viel Vorschußlorbeeren gestarteten 39-Jährigen während der ersten Monate im Amt ist größer als bei allen bisherigen Präsidenten. Wie sein (...)

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Rückwärts in die Zukunft

Die Ereignisse von Charlottesville im Bundesstaat Virginia fanden einen Widerhall weit über die Grenzen der USA hinaus. Was in der 46.000-Seelen-Stadt passierte, ist nun von nationaler Bedeutung. Der Grund für das Geschehen muß in der Geschichte der Vereinigten Staaten gesucht werden. Diese aber ist vergiftet von dem unentwegten Glauben an die Vorherrschaft der »weißen Rasse«, ausgehend von der Versklavung aus Afrika verschleppter Menschen – eine willentliche jahrhundertelange wirtschaftliche, (...)

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FARC beginnen Parteigründung

Bogotá – Die Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes (FARC-EP) eröffneten am Sonntag den Kongreß, aus dem in der kommenden Woche ihre politische Partei hervorgehen soll.
»Heute beginnen wir einen neuen Weg«, sagte FARC-Comandante Rodrigo Londoño zum Auftakt vor rund 1.200 Delegierten in der Hauptstadt Bogotá. Zentrales Anliegen ist die soziale Gerechtigkeit – die Guerilla hatte in den 1960er Jahren als Protest vor dem Elend der Landbevölkerung zu den Waffen gegriffen.
Die Delegierten (...)

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