Kollektivvertragsverhandlungen im Bankensektor

An einem toten Punkt angekommen

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten aus dem Bankenbereich scheinen an einem toten Punkt angekommen zu sein.
Im Gegensatz zu den Gewerkschaften, die keine direkten finanziellen Ansprüche gestellt, sondern auf die Fortsetzung des bisherigen Kollektivvertrags, die Sicherung der Arbeitsplätze und bessere Weiterbildungsmöglichkeiten orientiert hatten, hatte die Vereinigung der Banker (ABBL) die Abschaffung der Konjunkturprämie (»Juni-Prämie«), die Senkung der Zahl der Ruhetage für die neuen Bankangestellten, die Reduzierung der an die Betriebszugehörigkeit gekoppelten Prämie und die Abschaffung der auf drei Jahre angelegten automatischen Beförderungsgarantie von 15 Euro Index 100 gefordert.

Parallel dazu hatte der ABBL-Chef laut darüber nachgedacht, wozu die Banken überhaupt einen Kollektivvertrag abschließen sollten.
Diese Haltung wurde von den Gewerkschaften als Frechheit empfunden, da die Banken das Jahr 2013 immerhin mit einem globalen Profit von 5,25 Milliarden Euro vor Provisionen und Steuern abschlossen.

Die Aleba rechnete den Bankern vor, dass damit jeder Bankangestellter dem Finanzkapital im Durchschnitt 200.099 Euro einbrachte.
Die Vereinigung der Banker kündigte inzwischen an, sie wolle ihre Forderungen nach einer Abschaffung der Konjunkturprämie und einer Senkung der Zahl der Ruhetage bei Neueinstellungen fallen lassen, beharrt hingegen weiter darauf, die Löhne der Bankangestellten über eine Senkung der an die Betriebszugehörigkeit gekoppelten Prämie und die Abschaffung der dreijährigen, automatischen Beförderungsgarantie kürzen zu wollen.

Angesichts dieser unnachgiebigen Haltung, die den Bankangestellten Sozialabbau abverlangt, kündigte die Aleba am 21. März an, sie wolle den Gewerkschaften OGBL und LCGB vorschlagen, gemeinsam das Nationale Schlichtungsamt mit dem Streit zu befassen und gewerkschaftliche Aktionen vorzubereiten.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 25. März 2014