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Ein Schifflinger Arbeitermädchen zwischen Fettnäpfchen und »Deus ex Machina«

Das frühere Schifflinger Arbeitermädchen Astrid Lulling, das nach seinem Rausschmiss aus der LSAP im Jahre 1971 und einer Stippvisite bei der Sozialdemokratischen Partei Luxemburgs (SdP) bei der CSV landete und während fast 25 Jahren als CSV-Abgeordnete dem EU-Parlament angehörte, ist wieder einmal ins Fettnäpfchen getreten.
Im zarten Alter von 88 Jahren legte sie den Welpen der christlich-sozialen Jugend in einer RTL-Radiosendung nahe, sie sollten erst einmal die Schule beenden, bevor sie sich als CSV-Kandidaten zu den Chamberwahlen bewerben wollten.

Inzwischen ist bekannt, dass der Andrang, Kandidat bei der CSV zu werden, von Tag zu Tag größer wird, seit das sozialdemokratische »Tageblatt« sich während Jahren mit Umfragen bemühte, einen Kantersieg der CSV herbeizureden.

Um Ordnung in den Krabbenkorb zu bringen, wurde ein sogenannter »Weisenrat« damit beauftragt, geeignete schwarze Krabben für die verbleibenden freien Kandidatenplätze auszusortieren.

Das war für Frau Lulling eine willkommene Gelegenheit, ein zweites Mal ins Fettnäpfchen zu treten. Denn während der »Weisenrat« sich bisher nicht traute, eine gerechte Entscheidung darüber zu treffen, ob die frühere Einpeitscherin der Escher Stahlhelmfraktion der CSV, im Süden oder im Zentrum kandidieren sollte, nahm ihm Frau Lulling die Entscheidung ab und verkündete, das beste wäre wohl, wenn Frau Viviane Reding im EU-Parlament bleiben würde, wo sie doch »sooo gute Arbeit mache«.

Frau Reding dürfte sich alles andere als freuen über diesen Dolchstoß in den Rücken, aber dem CSV-Spitzenkandidaten Claude Wiseler und dem CSV-Parteipräsidenten Marc Spautz, die in den Bezirken Zentrum und Süden das Rennen machen wollen, dürfte Frau Lulling mit ihrem Vorschlag wie der »Deus ex Machina« aus einer griechischen Tragödie erschienen sein.

Und wer sagt denn, dass die Götter gerecht sein müssen?

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 14. Februar 2018