Aus dem hauptstädtischen Gemeinderat:

Hoffnungsfroh inmitten von Baustellen

Die CSV hat wieder das Thema der angeblich organisierten Bettelei entdeckt. Es will aber niemand den Roma helfen, zu einer richtigen Arbeit zu kommen, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Das wäre anstrengender als populistisch zu hetzen. Die Polizei führt jedenfalls dazu keine gesonderten Statistiken. Sie bestätigt aber, daß die Begleithunde alle erforderlichen Impfungen haben.

Die DP fordert weniger breite Straßen und mehr Verkehrsbehinderung, obwohl ganz besonders viele ihrer Anhänger immer breitere Tanks fahren. Engere Straßen mit Behinderungen – auch die »Ohren« am Eingang von 30 km/h-Zonen – sind allerdings ganz besonders gefährlich für Leute, die am Fahrrad am Weg sind.

Der Pfaffenthaler Lift habe in zwei Jahren 50.000 km zurückgelegt. Da dürfe es hat auch Pannen geben bei dieser einmaligen Konstruktion, und die monatliche Wartung müsse sein. Der Riß in der obersten Glasschicht sei keine Gefahr.

Erstmals wurde für diese Sitzung der Presse die Verkehrsreglemente zugestellt. Die Brücke unter der Neuen Brücke bleibt womöglich bei gutem Wetter nicht sechs Wochen zu. Sie bleibe dann zugänglich auch für Fußgänger. Alle sollten aufeinander aufpassen im gemischten Verkehr.
Im »Hamerdällchen« wird am Anschluß der Brücke über die Bahn vom Cents aus gebastelt, was zu einer Spur weniger und zu 50 statt 70 km/h führt. Unbekannt ist, wie lange das dauert.

Am Glacis müssen fürs »Public Viewing« der Fußballweltmeisterschaft Parkplätze freigehalten werden. Niemand möchte schließlich auf seinem Vehikel Leute sitzen oder stehen haben. Für Essen und Trinken während der Spiele ist ab Freitag gesorgt.

Aufregung verursachen die ständigen Änderungen rund um die Neue Brücke. Ganz besonders wenig Rücksicht wird da auf Fußgänger genommen, die dann ihrerseits keine Rücksicht auf vorgeschriebene Seitenwechsel nehmen.

Die Fahrradabstellplätze im Knuedler werden doppelt so viele. Das ist beschlossen, aber wann es verwirklicht ist, bleibt unbekannt.

Schule findet statt

Es soll weiterlaufen wie bisher, und für Probleme Lösungen gesucht werden, erklärt Schulschöffin Mart einleitend, der der langjährige Leiter des Schulamts in die Pension entschwunden ist. Foyer und öffentliche Schule sollen stärker zusammenarbeiten, weswegen versucht werde, überall beide näher beieinander zu haben.

5.106 Kinder sind einstweilen eingeschrieben fürs nächste Schuljahr, davon 1.862 im Zyklux 1 (vormals Précoce und Spielschule) in 122 Klassen. Für die Zyklen 2-4 sind 233 Klassen vorgesehen. Es gibt 43 Prozent Luxemburger unter den Kindern.

Bemüht wird sich diesmal, die Schulen mit weniger gut Gestellten mehr Stützstunden zuzugestehen. Betont wird, daß viele Lehrbeauftragte gute Arbeit leisten, und Schule ohne sie nicht mehr stattfinden könnte. Das gilt auch aber nicht nur für Ersatz, wenn eine Titularkraft ausfällt wegen Krankheit oder Schwangerschaft.

Waldpädagogik mit Wohnwagen ist neu im laufenden Jahr und soll ausgeweitet werden wegen der positiven Erfahrungen. Es wird Empfangskurse für Neuankömmlinge in jedem Viertel geben. In Hollerich wird es zwei Kohabitationsklassen mit der »Education différenciée« geben. Auch anderswo werden Kinder in Klassen integriert, die besondere Bedürfnisse haben, wie heute Behinderung offiziell genannt wird.

Fürs Hausaufgabenhilfeprojekt soll im Schulamt eine Kraft zur Koordination eingestellt werden. In Gasperich gibt es eine Transitionsklasse und ein Übergangsfoyer für Kinder, die wegen gewalttätigem Verhalten vorübergehend nicht in ihrer Klasse bleiben können. Sie werden dort verstärkt betreut und die meisten können nach einiger Zeit wieder zurück in die Ursprungsklasse.

Die neue Regionaldirektion hat die früheren Multiprofessionellen bis auf vier übernommen und möchte diese nicht mehr in den Schulklassen direkt sehen. Der Schöffenrat weiß noch nicht genau, wie das konkret ablaufen soll.

Als Reklame für die öffentliche Schule sollen die Stadtteilschulen auf www.vdl.lu in die Stadtteilbeschreibung integriert werden.
258 Kinder sind auf der Warteliste der Foyers, aber bei allen gibt es wen, der zu Hause auf sie aufpaßt. Es ist dem Schöffenrat klar, daß es wichtig ist für Kinder mit Nichtluxemburger Eltern, auch dann in einem luxemburgischsprachigen Umfeld sein zu können, wenn ein Elternteil zu Hause ist. Das ist erfreulich.

Über Konventionen können wir nichts berichten: die Presse hat sie nicht erhalten, und sie werden ohne jede Erklärung und Wortmeldung einstimmig durchgewunken.

Beim Teilbebauungsplan »Grossfeld ZM Sud – Inseln D und E« wird auf 657 ar eine Umsortierung in drei Punkten vorgenommen. Statt generell 80% Wohnraum soll sich zwar an den 64.325 m² nichts ändern, im Detail soll es aber in den einzelnen Gebäuden 0-100% Wohnungen geben dürfen. Begründet wird das damit, im Gebäude an der Kreuzung der beiden Boulevards mit starkem Verkehr soll es weniger Wohnungen im Interesse aller geben. Korrigiert werden zwei materielle Fehler, einerseits zur Zahl der maximal statt minimal 6 Untergeschoße, ansonsten die Neigung des Grundstücks für die Traufenhöhe, damit nicht schief zu bauen ist. Bei der Umschichtung beim Wohnraum enthalten sich LSAP und Lénk.

In aller Geheimniskrämerei wird öffentlich beschlossen zu Gericht zu gehen und Posten zu schaffen und abzuschaffen – ohne Erklärung und Wortmeldung und ohne daß der Presse irgendetwas dazu zugestellt worden wäre. Danach ging’s richtig geheim weiter, wobei da jetzt auch die Zivilhospitze reinrutschen.

jmj

Dienstag 12. Juni 2018