RTL Group: Rote Zahlen trotz Sparkurs

Der nach dem krisenbedingten Einbruch der TV-Werbemärkte auferlegte Sparkurs hat Europas größten Medienkonzern RTL Group nicht davor bewahrt, im ersten Halbjahr rote Zahlen zu schreiben. Wie das Mutterhaus von RTL Radio und RTL Télé Lëtzebuerg am Mittwoch mitteilte, sank der Umsatz um 9,6 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) brach sogar um 36,7 Prozent auf 318 Millionen Euro ein.

Wegen Abschreibungen von 22 Millionen Euro bei der britischen Tochter Five und Verlusten in Höhe von 35 Millionen Euro beim im vergangenen Jahr aufgekauften griechischen TV-Sender Alpha blieb unterm Strich ein Nettoverlust von 62 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die RTL Group mit ihren mehr als 70 Radio- und Fernsehsendern in elf europäischen Ländern und ihren weltweit agierenden Produktionsfirmen noch einen Nettogewinn von 391 Millionen Euro gemacht. 90,5 Prozent der Aktien der RTL Group werden vom deutschen Mediengroßkonzern Bertelsmann gehalten.

Nach wie vor werde nicht mit einer baldigen Erholung der Werbemärkte gerechnet, erklärte Gerhard Zeiler, der Chef der RTL Group. Deshalb solle noch mehr als bisher bei den Programmkosten gespart werden. Es müsse günstiger produziert und eingekauft werden, Produktionsprozesse müßten weiter gestrafft und optimiert werden. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurden allein in Deutschland die Kosten bei RTL, Vox und n-tv um 97 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesenkt. Dies entspricht einem Minus von 15 Prozent. Auch in Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien wurden die Kosten um elf bis 17 Prozent gedrückt.

oe

Oliver Wagner : Donnerstag 27. August 2009