Wann hat man Anrecht auf »Urlaub aus familiären Gründen«?

Neben dem Elternurlaub, der es Vater oder Mutter ermöglichen soll, sich der Erziehung eines oder mehrerer Kinder unter fünf Jahren zu widmen, wurde mit dem Gesetz vom 12. Februar 1999 auch der »Urlaub aus familiären Gründen« (congé pour des raisons familiales) eingeführt. Ein Sonderurlaub, der einem Elternteil die Betreuung erkrankter Kinder unter 15 Jahren, für die man Kindergeld bezieht, ermöglichen soll.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen beträgt zwei Tage pro Jahr und pro Kind. Er kann aufgeteilt werden, das heißt, dass die beiden Tage nicht unbedingt hintereinander in Anspruch genommen werden müssen.

Auf Anfrage hin kann der Sonderurlaub durch die medizinische Kontrollstelle der Sozialversicherung allerdings verlängert werden. Dies beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt von mehr als 14 Tagen eines Kindes oder wenn dem Kind eine besondere Schwere der Krankheit oder Behinderung bescheinigt wird (z.B. Krebserkrankung in fortgeschrittenem Stadium). Wie geht man vor?

Noch am gleichen Tag des Fernbleibens von der Arbeit muss der Betrieb mündlich oder schriftlich in Kenntnis gesetzt werden. Des weiteren muss den Betriebsverantwortlichen eine ärztliche Bescheinigung nachgereicht werden, in der Notwendigkeit und Dauer der Anwesenheit beim Kind festgehalten sein muss. Für die Entschädigung dieses Sonderurlaubs ist die Krankenkasse, an welche die ärztliche Bescheinigung vom Betrieb weiterzureichen ist, zuständig.

Der Urlaub aus familiären Gründen ist den Fehlstunden im Krankheitsfall gleichzustellen. Dem Betroffenen kann während des Sonderurlaubs also weder gekündigt werden, noch kann er zu einem Vorgespräch geladen werden. Der Kündigungsschutz ist allerdings nur rechtskräftig, wenn das erforderliche ärztliche Attest eingereicht wurde.

g.s.

Freitag 28. August 2015