Steuervermeidungszentrum am Findel sucht Investoren

»Imageschaden verhindern«

Der im September 2014 am Flughafen Findel eröffnete »Freeport« kommt nicht aus den Schlagzeilen. Das »ex-territoriale« Zentrum zur Lagerung von Luxusgütern der Superreichen, die auf diese Weise Steuern vermeiden wollen, wenn sie ihre Kunst- und Wertgegenstände hin- und herschieben, sucht nun einen neuen Investor, nachdem im Mai dieses Jahres der bisherige Präsident der Einrichtung, Olivier Thomas, wegen Diebstahl, Betruges und Hehlerei angeklagt worden war. Bereits einen Monat zuvor trat Verwaltungsratspräsident Yves Bouvier ab, welcher in Monaco unter anderem wegen Geldwäsche vor Gericht steht, weil er Gemälde zu überteuerten Preisen an einen russischen Oligarchen verscheuert haben soll. Eigentlich waren beide doch geeignete »Experten« für diese Einrichtung möchte man meinen, in einem Gewerbe, wo Unmengen Schwarzgeld, das auf Nummernkonten gehortet wurde, auf wundersame Weise in Form von Wertgegenständen wiederzufinden ist. Sozusagen wie ein häßliches Entlein zum stolzen Schwan wurde.

Nun werde nach neuen Investoren gesucht, um das schlechte Image wieder geradezubiegen, meldete Radio 100,7 am Freitag. Einzelheiten seien noch nicht bekannt, außer, daß der Staat, wegen der Lage auf dem Findel-Gelände, ein Mitspracherecht bei der Suche habe.

CK

Freitag 13. November 2015