Kollektivvertrag bei Cargolux

Vor einer Einigung?

Wird es bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die 1.500 Beschäftigten der Frachtfluggesellschaft Cargolux zu einer Einigung kommen, obwohl es Einsparungen und Verschlechterungen auf dem Buckel der Beschäftigten geben könnte?

Für den 30. November wurde eine letzte Verhandlungsrunde zwischen der Direktion der Cargolux und den Gewerkschaften OGBL und LCGB angesetzt. An jenem Tag wird der Kollektivvertrag ablaufen, allerdings erklärte Cargolux inzwischen, den Inhalt des bestehenden Kollektivvertrags auch darüber hinaus respektieren zu wollen, sollte es nicht gelingen, bis zu jenem Zeitpunkt ein Übereinkommen zu erzielen. Inzwischen scheint eine Einigung beim Bodenpersonal, das mehrheitlich vom OGBL vertreten wird, in Reichweite, obwohl auch da soziale Einschnitte nicht ausgeschlossen sind. Das dürfte damit zusammenhängen, dass es eine Beschäftigungsgarantie geben soll und die Belegschaft am Gewinn beteiligt werden könnte.

Bei den Piloten, die mehrheitlich der dem LCGB angeschlossenen Pilotenvereinigung ALPL angehören, steht eine Einigung hingegen noch weitgehend in den Sternen. Bei der Verhandlungsrunde am 11. November konnte man sich zwar in einer Reihe Punkte, nicht aber in der Frage der Absicherung der Arbeitsplätze einigen.

Anfang November hatten 94 Prozent der bei Cargolux beschäftigten LCGB-Mitglieder sich in einer Urabstimmung sogar für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt, allerdings hatte die Gewerkschaft dem Unternehmen bereits zuvor – als Gegenleistung für eine Arbeitsplatzgarantie und einen Stopp der Auslagerung von Arbeitsplätzen – ein umfassendes Sparpaket unterbreitet, das es Cargolux erlauben würde, auf dem Buckel des Bodenpersonals und der Piloten massive Einsparungen durch geringere Einstiegsgehälter, und Einschnitte beim Urlaub und beim 13. Monatsgehalt vorzunehmen.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 17. November 2015