Kollektivvertrag bei Cargolux

Generaldirektion einigt sich mit LCGB

Wenige Tage, nachdem das nationale Schli­ch­tungsamt dem LCGB das Recht abgesprochen hatte, die Nicht-Einigung festzustellen, teilte der LCGB am Mittwoch mit, die Gewerkschaft und die Generaldirektion der Cargolux hätten in der Auseinandersetzung um die Erneuerung des Kollektivvertrags der Beschäftigten der Frachtfluggesellschaft eine Einigung gefunden. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Direktion von Cargolux den LCGB somit vor einem völligen Gesichtsverlust bewahrt. Nach der Schlappe vor dem nationalen Schlichtungsamt hatte der OGBL, unterstützt von den LCGB-Dissidenten beim Bodenpersonal, die christliche Gewerkschaft, die sich auf die große Mehrheit der Piloten und deren Vereinigung ALPL stützen kann, aufgefordert, den ausgehandelten Kollektivvertrag innerhalb von acht Tagen zu unterschreiben.

In der gestern vom LCGB verbreiteten Mitteilung heißt es, die Generaldirektion habe der Gewerkschaft Zugeständnisse bei der Arbeitszeitorganisation gemacht, eine Gewinnbeteiligungsprämie für alle Beschäftigten zugesagt und sei bereit gewesen die Auslagerung auf vier Cargolux-Italia-Flugzeuge zu begrenzen. Zudem werde eine paritätische Kommission eingesetzt, um Differenzen im Vertragstext auszuräumen. Kritische Themen sollen unter Beteiligung der Gewerkschaften in einer Arbeitsgruppe, die von einer Vertrauensperson der Pilotenvereinigung ALPL moderiert werden soll, behandelt werden.

Nach der Unterzeichnung des neuen Kollektivvertrags soll eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro an jeden Beschäftigten ausbezahlt werden. Welche Einschnitte der neue Kollektivvertrag für das Bodenpersonal und die Piloten aufweisen wird, ist bisher nicht in der Öffentlichkeit bekannt.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 17. Dezember 2015