Wie ist die Feiertagsarbeit zu entlohnen ?

In Luxemburg gibt es zehn gesetzliche Feiertage : Neujahr, Ostermontag, 1. Mai, Christi-Himmelfahrt, Pfingstmontag, Nationalfeiertag, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, erster und zweiter Weihnachtstag.

Zunehmende Deregulierung der Arbeitszeitorganisation und wachsende Flexibilität bringen es mit sich, dass immer häufiger an Feiertagen gearbeitet wird. Nicht alle wissen allerdings, auf welche Freizeitausgleiche sie Anrecht haben oder wie ihnen die an Feiertagen geleistete Arbeit entlohnt werden muss.

Freizeitausgleich

An gesetzlichen Feiertagen wird normalerweise nicht gearbeitet. Fällt der Feiertag auf einen üblichen Werktag, so steht dem Lohnabhängigen trotz des arbeitsfreien Tages eine Entlohnung zu, als wenn er an jenem Tag gearbeitet hätte.

Fällt der Feiertag auf einen Sonntag, so steht den Beschäftigten ein Tag Freizeitausgleich zu, der innerhalb von drei Monaten zu nehmen ist. Auszahlen lassen darf man sich den Freizeitausgleich nicht. Wird dieser nicht innerhalb von drei Monaten beantragt, so verfällt der Anspruch, sofern im Betrieb kein flexibler Zeitrahmen zwischen Patronat und Personalvertretung vereinbart wurde.

Fällt der Feiertag auf einen arbeitsfreien Werktag, so steht den Beschäftigten selbstverständlich auch ein Tag Freizeitausgleich zu, der ebenfalls innerhalb von drei Monaten beantragt werden muss. Ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, so hat der Beschäftigte bis Ende des Kalenderjahres das Recht, den Freizeitausgleich zu beantragen.

Kann der Freizeitausgleich von Betriebsseite nicht gewährt werden, hat der Arbeiter Anrecht auf eine entsprechende Vergütung. In Betrieben, in denen von Montag bis Freitag gearbeitet wird, gilt der Samstag als arbeitsfreier Werktag, in Betrieben, in denen von Dienstag bis Samstag gearbeitet wird, gilt der Montag als arbeitsfreier Werktag.

Entlohnung für Feiertagsarbeit

Ist ein Arbeiter angehalten, an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag zu arbeiten, so setzt sich die Entlohnung hierfür zusammen aus den Arbeitsstunden (üblicher Stundenlohn), die an diesem Tag normalerweise zu leisten gewesen wären, dem Bezahlen der am Feiertag tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und einem Feiertagszuschuss (100%) des üblichen Stundenlohns, multipliziert durch die geleisteten Stunden.

Beispiel : Eine Verkäuferin ist angehalten an einem Feiertag, der auf einen Werktag fällt, während vier Stunden zu arbeiten. Ihre Entlohnung besteht in diesem Fall aus acht Stunden ihres üblichen Stundenlohns (die normalerweise an diesem Tag zu leisten gewesen wären), plus 4 Stunden ihres Stundenlohns für die am Feiertag tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und dem per Gesetz geschuldeten Feiertagszuschlags – in diesem Fall 4 Stunden ä 100 %.

Wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt

Bei der Entlohnung für die an einem Feiertag geleistete Arbeit, muss, wie oben bereits erwähnt, unterschieden werden, ob der Feiertag auf einen Werktag, einen arbeitsfreien Werktag oder auf einen Sonntag fällt.

Wäre der Feiertag, an dem besagte Verkäuferin angehalten wurde, während vier Stunden zu arbeiten, auf einen Sonntag gefallen, so hätten ihr, neben dem Anrecht auf einen Tag Freizeitausgleich, der Entlohnung der am Feiertag tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, dem Feiertagszuschlag (100% des üblichen Stundenlohns) zusätzlich auch ein Zuschlag in Höhe von 70 % für die an einem Sonntag geleistete Arbeit zugestanden, beide Zuschläge multipliziert durch die am Feiertag geleisteten Arbeitsstunden.

Würde es sich bei der geleisteten Arbeit auch noch um Überstünden handeln, so wären auch diese zusätzlich zu vergüten, entweder durch einen Zuschlag von 40 % die geleistete Stunde oder durch einen Freizeitausgleich, bestehend aus anderthalb Stunden Freizeit für jede verrichtete Überstunde.

g.s.

Gilbert Simonelli : vendredi 21 avril 2017