Unser Leitartikel:
Bessere Lebensbedingungen ermöglichen

Der Einzelhandel zeigt sich besorgt darüber, dass den Kunden das Geld nicht mehr so locker in der Tasche sitzt. Wenn bei besonderen Anlässen – wie zuletzt voriges Wochenende zum Muttertag – die Kasse auch weiterhin stimmen mag, so sei allerdings auf breiter Front eine merkliche Zurückhaltung festzustellen, die sich unübersehbar in statistischen Zahlen zeige.

Überraschen darf das neue Kaufverhalten vieler Konsumenten nicht. Es wird ihnen förmlich aufgedrängt, und ist die logische Folge von jahrelangem Sozialabbau, anhaltender Arbeitslosigkeit und gebeutelter Kaufkraft. Eine Situation, die sich seit dem Beginn der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise um ein Vielfaches verschlechtert hat.

Weitere Ursachen, dass bei vielen der Euro nicht mehr so locker sitzt, sind die zunehmende prekäre Arbeit, seit Jahren stagnierende Löhne und das ständig größer werdende Kontingent an Niedriglohnverdienern. Hinzu kommen die viel zu hohen Mieten, die Preissteigerungen für Strom, Wasser und Müllabfuhr auf kommunaler Ebene sowie die merklich gestiegenen Preise für Kleidung und Nahrungsmittel.

Den Haushalten steht somit immer weniger Geld zur Verfügung, was sie notgedrungen dazu zwingt, jeden Euro vor dem Ausgeben mehrmals umzudrehen. Mit der Folge, dass beim Einkaufen immer häufiger Artikel in den Regalen zurückbleiben, die einst zu den üblichen Einkaufsgewohnheiten zählten.

Dass aufgrund dieser Entwicklung offizielle Statistiken von einer zunehmenden Verarmung der Bevölkerung sprechen, ändert nichts daran, dass von Teilen des Patronats nach wie vor Stimmen zu hören sind, die eine Reduzierung des Mindestlohns, ein Abschaffen der nicht per Gesetz vorgegebenen Prämien und weitere Verschlechterungen im Gesundheits- und Rentenwesen fordern.

Würden diese Forderungen umgesetzt, würden Niedriglohnverdiener und sozial schwache Haushalte abermals arg gebeutelt. Denn die Folgen solcher Maßnahmen würden in erster Linie jene Menschen am schlimmsten treffen, deren Einkommen schon heute vielfach nicht ausreicht, um allmonatlich über die Runden zu kommen. Die Kaufkraft dieser Menschen darf deshalb nicht gekürzt, sie muss angehoben werden. Schließlich würden diese Gelder sofort wieder zurück in den Konsum fließen, wovon kleine Betriebe und Einzelhandel unweigerlich an erster Stelle profitieren würden. Wie schlimm die Situation in manchen Teilen des Landes inzwischen geworden ist, sieht man am deutlichsten an den Beispielen Esch und Differdingen. Zwei einstige Hochburgen der Stahlindustrie, in denen es heute durchschnittlich die meisten Arbeitslosen, RMG-Empfänger und Niedriglohnverdiener gibt. Zwei Städte, in denen die Schlangen vor den Sozialbüros in den letzten Jahren immer länger und die zu bearbeitenden Dossiers immer zahlreicher wurden.

Ein Umdenken drängt sich deshalb auf. Und zwar schnellstens. Es kann nämlich nicht länger hingenommen werden, dass Arbeiter und Rentner weiter für eine Krise zahlen müssen – auch auf Gemeindeebene –, die sie nicht verschuldet haben.

Deshalb bei den Kommunalwahlen am 8. Oktober Kommunisten wählen, um zu ermöglichen, dass in Zukunft auch in den Kommunen die Interessen der Menschen prioritär behandelt werden.

gilbert simonelli

Gilbert Simonelli : Dienstag 13. Juni 2017