SAS-Kollektivvertrag

Durchbruch bei den Verhandlungen: Vereinbarung wird heute unterzeichnet

Im Pflege- und Sozialbereich haben die Gewerkschaften und das Patronat sich am Donnerstag über die Anpassung der Laufbahnen geeinigt. Am heutigen Freitag soll die Vereinbarung von den Verhandlungspartnern unterzeichnet werden.

Nach der sechsstündigen Diskussionsrunde vom Mittwoch hatte es geheißen, bei den Verhandlungen über die Erneuerung des Kollektivvertrags stehe man kurz vor einem Durchbruch. Die bisherigen Hürden seien aus dem Weg geräumt.

Um Zeit zu haben, um noch einige Einzelheiten in Zusammenhang mit der bevorstehenden Aufwertung der Laufbahnen zu klären, wurde die für diese Woche anberaumte Sitzung auf dem Schlichtungsamt im gegenseitigen Einvernehmen abgesagt und weiterverhandelt.

Lange Zeit hatten die Patronatsvertreter von COPAS, EGCA, EFJ und EGMJ die Verhandlungen über die Anpassung der Löhne und Laufbahnen blockiert, obwohl die Regierung am 28. November 2014 eine schriftliche Abmachung mit den Gewerkschaften getroffen hatte, dass die Gehälterreform im öffentlichen Dienst und das daran gekoppelte Gehälterabkommen gänzlich auf den SAS-Bereich anzuwenden seien, und obwohl Artikel 28 des SAS-Kollektivvertrag das auch festhält.

188 Millionen Euro

Erst musste die Regierung ihnen offenbar noch einmal schriftlich zusichern, dass die Finanzierung der Laufbahnen über mehr als fünf Jahre hinaus abgesichert sei, bevor die Patronatsvereinigungen sich prinzipiell bereit erklärten, die ausgehandelten Verbesserungen in Höhe von 188 Millionen Euro umzusetzen. Geholfen haben dürfte aber auch die Entscheidung des OGBL-Nationalvorstands, dem Syndikat aus dem Pflege- und Sozialbereich das Mandat zu erteilen, die Streikprozedur einzuleiten.

Die verbleibenden strittigen Punkte konnten bereits gestern geklärt und eine Vereinbarung verfasst werden. Der Kollektivvertrag für die 12.000 Beschäftigten soll ab dem 1. Oktober 2017 Gültigkeit haben.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 15. Juni 2017