Aus dem Gemeinderat der Stadt Esch/Alzette:

Schule gibt’s – Mängel bleiben

Fürs nächste Schuljahr kriegt Esch für 3.237 Grundschulkinder ein »Kontingent« von 6.700 Stunden auf 373 Lehrkräfte aufgeteilt zugestanden bei einem durchschnittlichen Sozialindex von 120 (letztes Jahr waren es 119,05) von den Sparefrohs im Erziehungsministerium. Der Schöffenrat hat sich das auf die einzelnen Schulen ausrechnen lassen, wonach eine Variation zwischen 118,76 auf den Nonnewisen und 121,24 am Brill rauskommt. Dabei fußt die ganze Berechnung auf der Zahl derer, die heute da sind. Sind es im September dann mehr, gibt es dafür nichts zusätzlich. Nur 24 Escher Grundschulkinder wollen übrigens in die neue Internationale Schule.

Ohne daß etwas dafür getan wurde, steigt der Besuch im »Précoce« von 51 auf 59%. Das ist zwar eine positive Tendenz aber noch weit weg von optimal. Es wird keine Kampagne angekündigt für einen stärkeren Besuch. Leider, denn wenn die Eltern die Wichtigkeit nicht sehen, leidet der Schulerfolg ihrer Kinder darunter.

Auch bei den »Maisons Relais« gibt es keine Verbesserung. Es bleibt bei Platz für nur 1.122 Kinder und das ist viel zu wenig. Der Schöffenrat ist aber auch so zufrieden, obwohl Schöffe Tonnar zugibt, daß es da Platzmangel hat. Mindestens doppelt so viele Plätze sind nötig! Es muß festgehalten werden, daß in der Schule die Portugiesen die größte Nationalitätengruppe sind, in den »Maisons Relais« aber die Luxemburger.

Portugiesische Kurse werden weitergeführt in den Schulgebäuden, aber nicht mehr während der normalen Schulzeit. Es werden sich auch Nicht-Portugiesen dafür einschreiben dürfen. Interessant ist vielleicht festzuhalten, daß 78 Kinder, die nicht in Esch wohnen, hier zur Schule gehen, während 97, die in Esch wohnen, woanders zur Schule gehen.

200.000 € stehen im Budget für Kolonien, die nicht nur nach Insenborn, sondern auch ins Ausland gehen dürfen. Es gibt die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Partner-Gemeinde Puteaux, die in der Bretagne ein Haus hat. Alle Escher Kinder sollen einmal eine Woche in die Kolonie. Nett ist ein neuer Posten für Pferdepädagogik. Die Waldklasse wird weitergeführt für Kinder mit Problemen vom Brill.

Vor 6 Jahren hat der Schöffenrat drei neue Schulen angekündigt. Gebaut wurden exakt Null, moniert die Lénk. Es dürften nicht mehr als 450 Kinder in einer Grundschule sein – 4 der 8 Schulen in Esch liegen inzwischen drüber. 17% sind nicht in einem richtigen Schulgebäude, sondern in einer »Annexe«.

Auch die CSV findet, die Koalition müsse sich an dem messen lassen, was sie 2011 angekündigt hat. Gréng und LSAP sehen die Schuld für keinen Schulbau, keine Verdoppelung der Plätze in den »Maisons Relais«, keinen »Appui« und keine Hausaufgabenhilfe für alle, was alles versprochen war, nicht bei sich. Da sind wahlweise schuld: lange Prozeduren, Fledermäuse, mangelnde Bauplätze oder fehlende Finanzen. KPL-Rat Zénon

Bernard: »In sechs Jahren ist nichts besser geworden«

KPL-Gemeinderat Zénon Bernard will die »Maisons Relais« für die gute Arbeit wohl loben, stellt aber fest, daß alle Kinder die Möglichkeit haben müssten davon zu profitieren. In sechs Jahren ist nichts besser geworden, und nichts ist verwirklicht aus dem Schöffenratsprogramm 2011. Das ist betrogen und eine »Datz« ist fällig. Die Strukturen gehören geändert, wie es die Lénk gefordert hat, um bessere Ergebnisse zu erzielen und weniger in den »Modulaire« müssen aus benachteiligten ärmeren Arbeiter-Vierteln. Der Schöffenrat sollte durchaus auch zugeben können, daß die Selektion mit 12 zu früh ist. Bei besserer Qualität der portugiesischen Lehrkräfte wäre es von Vorteil, die Kinder nicht an ihren freien Nachmittagen kommen zu lassen.

Gegen die Schulorganisation stimmen KPL und Lénk. CSV, Gréng und LSAP stimmen dafür, die DP ist nicht anwesend.

Diskussionslos geht die provisorische Schulordnung fürs Konservatorium dafür einstimmig durch. Es bleibt sich nahezu alles gleich mit knapp über 1.000 Interessierten. Ein Kurs kostet weiterhin 100, zwei und mehr 150 €, was 130.000 € ins Budget bringt.

ZeBriDi

Wie bereits einmal angekündigt, liegen nun die Kostenvoranschläge für die Rue Brill (1.612.500 €), die Rue de la Libération (1.176.500 €) und die Rue Zénon Bernard (1.472.000 €) vor. Es fällt uns auf, daß die Parkstreifen mit nur zwei Meter Breite zu schmal für allzu viele Vehikel sind.

Gebaut werden soll ab Herbst in eineinhalb Jahren in möglichst kurzen Stücken. Der Kanal der Brill-Straße liegt in der Mitte der Straße in 5-6 m Tiefe. Er soll in drei bis vier Phasen erneuert werden, sodaß eine Belieferung immer möglich bleibt, wenn auch nicht ständig von derselben Seite aus.

Die Rue de la Libération wird Begegnungszone, wobei die Einfahrt vom Bd. Kennedy kommt, auch zur Rue Zénon Bernard hin. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus geht entweder über die Rue Nothomb oder für Rechtsabbieger in den Bd Kennedy über die Rue de la Libération, die also in dem Teil Gegenverkehr bekommt.

Die Rue Zénon Bernard wird eine 30 km/h-Zone. Wie bei den beiden anderen Straßen soll in Mikrophasen gearbeitet werden, damit bis auf etwa 30 Meter überall die Zufahrt möglich bleibt. Niemand stimmt dagegen. Der Rest der viel zu langen Tagesordnung folgt am Dienstag!

jmj

Freitag 16. Juni 2017