Sprüche und Widersprüche

– Musik ist das Gegenteil von Krieg. Sie ist Glück auch da, wo sonst kein Glück ist. – Bedenkt man, dass die alt-indischen religiösen Veden (1.500 bis 500 vor unserer Zeit) nur mündlich überliefert wurden (mit den philosophischen »Upanischaden«, von Schopenhauer hochgeschätzt), – und dies über Generationen, so sieht man den riesigen Unterschied zwischen noch freien Gehirnen und heute meist schon total verhunzten: zugekleistert mit leeren Filmen, mit dem Genuß überflüssiger Waren und dem unnützen Dauergebrauch sogen. »Smartphones«.

– Dass die Menschen in den modernen Städten näher zusammen rücken, hat nicht einen besseren menschlichen Kontakt zur Folge, sondern im Gegenteil: sie versuchen immer mehr, sich voneinander zu isolieren. Ratten, die auf zu engem Raum zusammenleben müssen, fressen sich gegenseitig auf (wie die Experimente gezeigt haben).

– Durch die Verweichlichung der Europäer – verursacht durch zu leichten Genuß – muß man natürliche Menschen – mit alter Kraft und Energie in – von uns gesehen – unterentwickelten Ländern suchen: Mexiko, Kolumbien, Peru usw. – ja, schon östlich Europas, und schon im Osten Europas. – Nichts kann mehr entmutigen, als eine Weile daran zu denken, wie es in ca. 200 Jahren aussieht, wo man gerade ruhig vor einem Tisch sitzt. Dies, betreffend die allgemeine Lage Europas!

– Der Sprung von einem Amalgam von Molekülen bis zur lebendigen, sich reproduzierenden Zelle ist bis heute nicht geschlossen (siehe J. Monod: »Le hasard et la nécessité«). Damit bleibt gerade das Wichtigste in der Evolution des Lebens verborgen. Darwins Selektions-Theorie gilt eben erst für entwickelte Wesen, die sich schon verteidigen können.

– Sollte unser Verstand – wie schon Schopenhauer meinte – im Grunde nur da sein zum Angriff und zur Abwehr (wie bei Tieren »Klauen und Zähne«), so wird uns die »wahre Wahrheit« für immer unzugänglich bleiben.

– Der heutige Papst hat jedenfalls Recht, wenn er die USA kritisiert, da sie die große Bombe, welche sie neulich in Afghanistan abgeworfen haben, »Mutter aller Bomben« nennen. Dabei wies er hin auf die menschliche Funktion einer Mutter. Hatte nicht sogar der im eigenen Land verhaßte Diktator Saddam Hussein von der »Mutter aller Schlachten« geredet?

– Teilt man einem Freund ein Geheimnis mit »unter dem Siegel der Verschwiegenheit«, so macht man einen naiven Fehler. Denn dieser Freund – nicht faul und nicht verschwiegen – teilt das Geheimnis einem besten Freund mit, dieser seinem besten Freund, usw. Schließlich kann es sein, dass der erste Geheimnisträger sein Geheimnis zufällig von einem ihm kaum bekannten als wichtigste Neuigkeit zu hören bekommt… – Daß Portugiesen und Portugiesinnen in der Regel so ungewöhnlich eifersüchtig sind, und dass ein Portugiese seine Frau nie lobt (was der Unterzeichnete von einer Portugiesin gehört hat), – das geht sicher darauf zurück, dass die Mohammedaner vom Jahr 721 an mehrere hundert Jahre die iberische Halbinsel besetzt hielten. Und die Zweitrangigkeit der Frauen geht schon aus dem Koran hervor (zum Beispiel Sure 4,34). Die »Burka« ist eine viel spätere, widerlich frauenfeindliche Erfindung. Mohammed selbst sprach nur davon, dass eine verheiratete Frau einen leichten Schleier um den Kopf tragen sollte, damit sie als verheiratet erkannt wird.

– In Schillers Hymne an die Freude heißt es, dass »alle Menschen Brüder« werden, wo Freude herrscht (vertont bekanntlich im 4. Satz von Beethovens Neunter). Aber offenbar ist Schillers Meinung nur ein frommer Wunsch. Noch eher schweißt das Gegenteil von Freude die Menschen zusammen.

– Dass es noch nie und nirgends einen wirklichen Kommunismus gegeben hat, – das zeigt, dass leider immer noch das schlimme Wort »homo homini lupus« (Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) gilt.

Joseph Welter

Mittwoch 21. Juni 2017