KPL Sektion Zentrum in der Avenue de la Gare:

Aufklärung mit Polizei-Auftritt

Am vergangenen Samstagnachmittag klärten die Aktivisten der Sek­tion Zentrum der KPL erneut auf. Es sind die Kommuni­sten, die für eine wirkliche Demokratie in Politik und Wirtschaft eintreten, und nicht jene, die den real existierenden Kapitalismus verteidigen.

In diesem System ist die Kapitalseite die einzige mit Entscheidungsbefugnis im Bereich der Wirtschaft, und das Ergebnis ist nicht wirklich großartig: 1 Milliarde Menschen hat nicht genug zu essen, 800 Millionen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und alle sechs Sekunden verhungert ein Kind oder stirbt an sonst leicht heilbaren Krankheiten. Das ist keine Folge von zu wenig Mitteln oder Nahrung, sondern eine Folge der schlechten Reich-tumsverteilung: 8 Menschen besaßen am 31. Dezember 2016 so viel wie die Hälfte der Menschheit, die am wenigsten hatte.

Der Vergleich der Zustände zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik auf einer Insel in der Karibik einerseits und Kuba auf einer Insel genau daneben ist äußerst lehrreich und spricht nicht für den Kapitalismus.

Die Geschäftsführerin des Kleiderladens »Ok...« – eine gute Frau, die in Lothringen keinen Arbeitsplatz fand und fürchtet, den in Luxemburg zu verlieren, wenn der Umsatz nicht floriert – rief die Polizei, weil sie die Kommunisten vor der Eingangstür störten. Die Frau hat eindeutig ein Problem mit dem Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung, aber leider scheint die feierliche Erklärung der Menschenrechte des Europarats den jungen Polizisten auch nicht eindringlich genug klargemacht zu werden. Sonst hätte nicht der Fahrer des Polizeibusses meinen können, das, was wir da tun sei »Erregung öffentlichen Ärgernisses«, und das nachdem sie uns gezwungen hatten, die Genehmigung der Bürgermeisterin mittels Computer vorzuführen, was uns so noch nie passierte. Die Zeiten werden offensichtlich härter!

Allerdings hatte wohl weder die Geschäftsführerin noch die Polizei mit der Reaktion der Leute gerechnet, die auf die Aktion folgte. Das Interesse an dem, was wir da austeilten, stieg dadurch beträchtlich und ging sogar so weit, daß Kunden aus dem Kleiderladen kamen und mit Zeitung und Flugblatt dorthin zurückgingen.

Am kommenden Wochenende treffen wir uns dann alle in Sanem im Park Backes zum »Wisefest«, bevor sich die Sektion noch einmal am 24. Juli zu einer Sitzung im Ekiba (12-14, rue de Strasbourg) trifft zu einer offenen Mitgliederversammlung. Ab 26. August sind wir dann jeden Samstag bis zu den Gemeinderatswahlen in der Avenue de la Gare zu finden.

jmj

Dienstag 27. Juni 2017