Nur marginale Auswirkungen

Statec widerlegt Legende vom preistreibenden Index

Eine der Legenden, welche das Patronat seit Jahrzehnten verbreitet, besteht darin zu behaupten, eine Indextranche habe einen starken Preisauftrieb zur Folge.

Während der vergangenen Jahre hätte das – sofern diese Behauptung überhaupt stimmen würde – nicht der Fall sein können, da es während mehr als drei Jahren überhaupt keine Indextranche gab.

Im Frühjahr 2013 war wohl eine Indextranche erfallen, doch weil Regierung und Chamber den Index manipuliert hatten, wurden die Löhne erst zum 1. Oktober 2013 um 2,5 Prozent an die Inflation angepaßt – ein millionenschwerer Extragewinn für das Kapital.

Schließlich erfiel dann schließlich zum 1. Januar 2017 eine Indextranche, deren Auswirkungen auf die Preisentwicklung das statistische Amt mit Hilfe einer ökonometrischen Analyse berechnete. Und siehe da: Heraus kam, dass die Indextranche nur einen marginalen Inflationseffekt von 0,22 Prozentpunkten hatte.

Das STATEC stellt fest, dass die Auswirkungen vornehmlich während der ersten zwei Monate nach dem Erfall der Indextranche erfolgten und sich nach sechs Monaten auf die vorgenannten 0,22 Prozentpunkte beschränken.

Laut Statec reagierten nur sehr wenige Preise hochsensibel auf die Indextranche. Vornehmlich handelt es dabei um Preise für Dienstleistungen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, die zumindest auch noch teilweise vom Staat festgelegt werden. Der Staat als Inflationstreiber – auch das ist nicht wirklich neu.

Die Legende vom preistreibenden Index ist widerlegt. Was aber nicht automatisch heißt, dass das Patronat diese Legende bei nächster Gelegenheit nicht wieder aufwärmen wird.

A.R.

Donnerstag 13. Juli 2017