Wachsendes Außenhandelsdefizit als Zeichen des strukturellen Wandels

Europäische Union hin, USA her, der Luxemburger Handel bleibt zu drei Viertel auf Deutschland, Frankreich, Belgien und die Niederlande ausgerichtet. Zwischen 2005 und 2015 waren Deutschland (28 Prozent), Belgien (26%), Frankreich (13 Prozent) und die Niederlande (6%) die größten Handelspartner Luxemburgs. Der Außenhandel mit den USA kam auf knapp 4 Prozent. Allerdings überholten die USA die Niederlande inzwischen infolge des starken Anwachsens der Flugfracht.

Keineswegs neu ist, dass der Außenhandel sich durch ein großes Handelsdefizit auszeichnet. Den Angaben des statistischen Amtes zufolge wuchs das Handelsdefizit seit 1975 stark an. Im Jahr 2005 betrug das Defizit 4,2 Milliarden Euro, 2012 waren es 7,89 Euro und 2015 noch immerhin 5,96 Milliarden Euro.

Das stete Anwachsen des Defizits hat damit zu tun, dass der Export von Industriewaren, im Vergleich zu den wachsenden Einfuhren, stark zurückging. Insbesondere der Bedarf an Energie nahm beständig zu.

Mit durchschnittlich 4,5 Milliarden Euro bleibt das Außenhandelsdefizit mit Belgien besonders groß. Erst danach kommen Deutschland (-1,7 Milliarden Euro), die Niederlande (-400 Millionen Euro) und Frankreich (-300 Millionen Euro).

Das hohe Außenhandelsdefizit ist natürlich in erster Linie eine Folge des strukturellen Wandels der Wirtschaft von einer kapitalistischen Industrie- zu einer kapitalistischen Dienstleistungsgesellschaft, welche satte Überschüsse produziert und damit die negative Außenhandelsbilanz mehr als kompensiert, allerdings immer weniger in der Lage ist, die wachsenden gesellschaftlichen und sozialen Probleme zu lösen.

A.R.

Ali Ruckert : Montag 17. Juli 2017