Weiter wie gehabt

Auf dem Kirchberg werden weiter Büros, Wohnungen, Hotels etc. gebaut, auch ein Polizeikommissariat ist geplant

Vor Turm B der »Porte de l’Europe« sollen u.a. ein »Mama Shelter«-Hotel und ein Bürogebäude mit Polizeikommissariat gebaut werden


Sein 55. Jahr hat der am 7. August 1961 gegründete »Fonds d’urbanisation et d’aménagement du Plateau de Kirchberg« mit einem Gewinn von 13,6 Millionen Euro abgeschlossen, so sein Präsident Patrick Gillen am Montagnachmittag auf der Bilanzpressekonferenz im 22. Stockwerk des Nachhaltigkeitsministeriums. Doch der Kirchbergfonds sei nicht vom Staat gegründet worden, um Gewinne zu machen, sondern um das Plateau kontrolliert wachsen zu lassen. Mittelfristig, das heiße »in zehn bis 15 Jahren«, sollen aus den derzeit rund 38.000 Arbeitsplätzen (davon 12.000 EU-Mitarbeiter) 50.000 (16.500) werden. Noch schneller soll jedoch die Zahl der Wohnbevölkerung wachsen – von aktuell 3.000 in 1.400 Wohnungen »mittelfristig« auf 7.500 in 5.500 Wohnungen.

Im PAP für das Kiem-Viertel seien 820 neue Wohnungen vorgesehen, weitere 490 in den PAP Réimerwee Ost und West. Wobei geplant sei, daß die SNHBM (»Société nationale des habitations à bon marché«) 330 Wohnungen im Quartier du Kiem bauen läßt, und der Kirchbergfonds 100 sowie ein anderer »öffentlicher Akteur« weitere 40 Mietwohnungen. Den Rest überläßt man »privaten Akteuren«. Im Réimerwee plane die SNHBM, 150 Wohnungen bauen zu lassen, die zu »sozialen Preisen« verkauft werden sollen, der Fonds plane 90 Mietwohnungen mit ebenfalls »sozialen« Mietpreisen, und die übrigen 250 Wohnungen sollen immerhin »erschwinglich« für Käufer oder Mieter sein.

Hausherr und Infrastrukturminister François Bausch freut sich besonders auf den Neubau eines »Mama Shelter«-Hotels vor dem Turm B der »Porte de l’Europe«, der von der Kette Sofitel-Novotel in Auftrag gegeben wurde. Diese Hotels richteten sich vor allem an eine junge Klientel, da sie »gut zu einem angemessenen Preis« seien, außerdem sei wie im »Mama Shelter«-Hotel in Bordeaux eine Dachterrasse mit »party space« geplant. Das »Projekt zur gemischten Nutzung« umfasse außerdem 10.000 Quadratmeter Bürofläche, wobei 1.000 davon für ein zweigeschossiges Polizeikommissariat mit separatem Eingang reserviert seien.

Kirchbergfonds und Wohnungsbauministerium haben Studien zur Erschließung des 62 Hektar großen Plateaus »Op der Schleed« auf beiden Seiten des »Märtesgronn« in Auftrag gegeben. Hier soll »langfristig« (also in deutlich mehr als 15 Jahren) Wohnraum für bis zu 15.000 Menschen entstehen. Hinsichtlich Mobilität hieß es, ab Dezember solle die Tram den Kirchberg befahren, dann werde auch die Höchstgeschwindigkeit für Autos von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert, und es kämen »bis zu einem Dutzend« Fußgängerübergänge über die Avenue Kennedy hinzu. Am Rond-Point Serra seien ein Parkhaus und ein Busbahnhof geplant, voraussichtlich 2019 sei der dritte Turm des Europäischen Gerichtshofs fertig, und 2023 das neue Gebäude der EU-Kommission (»Jean Monnet 2«).

oe

Oliver Wagner : Montag 17. Juli 2017