Siebte chinesische Bank nimmt Geschäfte in Luxemburg auf

Der Finanzplatz Luxemburg entwickelt sich zunehmend zu einer Drehscheibe für chinesische Banken. Wie gestern bekannt wurde, erteilte die Kontrollbehörde CSSF der chinesischen China Everbright Bank die Genehmigung von Luxemburg aus Geschäfte zu tätigen.

Die China Everbright Bank wurde 1992 geschaffen, hat ihren Sitz in Peking und hatte bisher keine Niederlassung im Ausland.

Größer Aktionär der Bank ist die Central Huijin Investment Ltd., die sich im Besitz des chinesischen Staatsfonds China Investment Corporation befindet und zusammen mit dem chinesischen Finanzministerium die fünf großen chinesischen Banken kontrolliert. Es sind dies die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), die Agricultural Bank of China, die China Construction Bank, die Bank of China und die Bank of Communications. Sie alle haben inzwischen Niederlassungen in Luxemburg.

Aktionäre der Großbanken sind in der Regel der chinesische Staat, Provinzregierungen und staatseigene Unternehmen.

Neben den fünf größten chinesischen Banken, die 40 Prozent des gesamten Vermögens aller chinesischen Finanzgesellschaften besitzen, hat inzwischen auch die China Merchants Bank eine Niederlassung in Luxemburg und eben seit dieser Woche die China E-verbright Bank.

Als achte Bank am Finanzplatz Luxemburg wartet gerade die Shanghai Pudong Development Bank auf ihre Zulassung.

Seit September 2014 ist die Industrial and Commercial Bank of China in Luxemburg als Renminbi-Clearing-Bank tätig. Das heißt, daß Banken und Unternehmen über ihre Konten bei der ICBC Geschäfte in Euro und in der chinesischen Währung abwickeln können. In Luxemburg befinden sich derzeit die größten Renminbi-Einlagen in der Europäischen Union. Der Finanzplatz ist gleichzeitig der größte Umschlagplatz für Wertpapiere in chinesischer Währung.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 8. August 2017