Pro-Kopf-Konsum der Haushalte stagniert

Der Pro-Kopf-Konsum stagniert praktisch seit 2002


Aus der jüngsten Studie des statistischen Amtes zum Konsumverhalten (»Regards 14, August 2007) geht hervor, dass die Konsumausgaben der Haushalte zwischen 2000 und 2016 im Durchschnitt pro Jahr um 2 Prozent zulegten. Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Haushalte mehr Geld ausgeben würden, sondern ist im Wesentlichen auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen.

Laut statistischem Amt stagniert der Pro-Kopf-Konsum hingegen quasi seit dem Jahr 2003.

Nach den starken negativen Auswirkungen der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Lohnabhängigen und Rentner hatten die Konsumausgaben infolge des Konjunkturaufschwungs erstmals wieder 2014 und 2015 zugenommen, um 2016 – anders als in unseren Nachbarländern und in den meisten anderen EU-Ländern – schon wieder zurückzugehen.

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass wegen der wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein größerer Anteil des verfügbaren Einkommens in den Sparstrumpf gewandert sein könnte. Was aber nicht auf alle Bevölkerungsschichten zutreffen dürfte, denn erstens wuchs das verfügbare Einkommen nicht für alle gleichermaßen und zweitens blieb bei den meisten Kleinverdienern zum Monatsende in der Regel nichts übrig, das man auf die hohe Kante hätte legen können.

Die Untersuchung des Statec hält fest, dass der Anteil des Konsums der Haushalte am Bruttoinlandprodukt seit 20 Jahren tendenziell zurückgeht. Das lässt den Schluß zu, dass der Konjunkturaufschwung in Luxemburg nicht von den Konsumausgaben der Haushalte getragen wurde, sondern eher von den Exporten.

Aber auch das ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Angaben zu den Konsumausgaben der Haushalte beruhen – insbesondere für die letzten Jahre – zum Teil auf Schätzungen.

Das ändert nichts an der allgemeinen Tendenz, welche zeigt, dass die Haushalte zwischen 2000 und 2015 zum Beispiel deutlich weniger Geld für Möbel, Haushaltsgeräte, alkoholische Getränke und Tabak, Transport und Restaurantbesuche ausgegeben haben.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 8. August 2017