Partnerschaft für den Krieg

Im Westen der Ukraine haben am Montag die Militärmanöver »Rapid Trident-2017« begonnen, meldet das Kriegsministerium der Ukraine. Es handelt sich offiziell um gemeinsame Manöver der Ukraine und der USA, an denen jedoch weitere Truppen anderer Staaten beteiligt sind.

In diesem Jahr nehmen ungefähr 2.500 Militärs aus 15 Ländern an den Übungen teil. Außer der Ukraine selbst und der USA sind unter den Teilnehmerländern auch Bulgarien, Kanada, Georgien, Estland, Italien, Lettland, Litauen, Moldawien, Norwegen, Polen, Rumänien, die Türkei und Britannien. Die größten ausländischen Einheiten kommen aus den Vereinigten Staaten und Kanada – insgesamt etwa 500 Militärs.

Für die Durchführung der Übungen sind mehrere Dutzend Einheiten von Automobil- und leicht gepanzerten Fahrzeugen, zwei Hubschrauber Mi-8sowie Flugzeuge An-26 und Lockheed C-130 Hercules eingesetzt. Darüber hinaus wird auch das Waffentrainingssystem der USA-Streitkräfte MILES (Multiple Integrated Laser Engagement System (Ganzheitliches Multi-Laser-Gefechtssystem) verwendet.

Zuvor hatten Kiewer Medien mitgeteilt, daß ukrainische Soldaten laut dem Kriegsminister des Landes, Stepan Poltorak, dank der gemeinsamen Vorbereitung Kriterien und Standards der NATO-Länder »kennenlernen« können. Die Partner könnten wiederum Erfahrungen von den ukrainischen Militärs übernehmen, die diese bei den Kriegseinsätzen gegen Regimegegner im Donbass gewonnen haben. Die Manöver »Rapid Trident-2017« sind nach Angaben von Poltorak »größer denn je«.

Der russische Militärexperte Wiktor Baranez verwies gegenüber »Radio Sputnik« darauf, daß dieses Manöver unmittelbar vor Beginn der russisch-weißrussischen Militärübungen »Sapad 2017« stattfinden. Alle NATO-Übungen hätten die gleiche Legende: »Ein großer östlicher Nachbar greift ein kleines hilfloses Land an.«

Das Manöver »Rapid Trident« wird seit 2006 im Rahmen des NATO-Programms »Partnerschaft für Frieden« durchgeführt. (RN/ZLV)

USA-Soldaten inspizieren vor Beginn des Manövers einen ukrainischen Schützenpanzerwagen (Foto: AFP)

Dienstag 12. September 2017