Unser Leitartikel:
Am 8. Oktober Kommunisten stärken

Im reichen Luxemburg haben die sozialen Probleme in den letzten Jahren massiv zugenommen. Mehr als 20.000 Frauen und Männer haben keinen festen Arbeitsplatz, junge Menschen haben es immer schwerer, nach Schulabschluss einen Arbeitsplatz zu finden, ältere Arbeitsuchende werden zunehmend aufs Abstellgleis geschoben, die Langzeitarbeitslosigkeit hat dramatische Ausmaße angenommen.

Das Patronat zeigt seit Anfang der 1990er Jahre wieder sein wahres Gesicht und tritt besonders seit dem Beginn der kapitalistischen Krise immer arroganter und rücksichtsloser auf. Kompromisse im Interesse der Beschäftigten gibt es kaum noch. In den Betrieben bläst den Schaffenden ein immer schärferer Wind entgegen. Kein Wunder, dass die Zahl jener, die sich zu Recht Sorgen um die eigene Zukunft und die ihrer Kinder machen, von Tag zu Tag größer wird.

Eine Situation, die kritischer kaum sein könnte. Dies umso mehr, weil neben der hohen Arbeitslosigkeit und dem seit Jahren anhaltenden Sozialabbau, das Patronat in punkto Lohnpolitik den Fuß immer fester aufs Bremspedal hält.

Und zwar in einem Ausmaß, dass in mehreren Firmen Einstiegslöhne gekürzt und Lohntabellen außer Kraft gesetzt wurden. Fakt ist, dass heute fast jeder siebte dazu gezwungen wird, seine Arbeitskraft für den Mindestlohn zu verkaufen. Die logische Folge dieser Politik ist, dass immer mehr Menschen ins soziale Abseits gedrängt werden,

Was am Beispiel der Arbeiterstadt Esch/Alzette deutlich zu erkennen ist. So zählt heute die zweitgrößte Stadt im Lande, in der einst die Hochöfen qualmten und die Stahlarbeiter zu Tausenden in den Werken in und um Esch ihr Geld verdienten, verhältnismäßig nicht nur die meisten Arbeitslosen, sondern auch die meisten RMG-Empfänger und Niedriglohnverdiener.

Lag nämlich die Arbeitslosenquote im Landesdurchschnitt im vorigen Monat bei 6%, so sind jedoch in Esch knapp über 13 Prozent ohne Arbeit. Genauso besorgniserregend sind die Statistiken, die aufzeigen, dass es in der einstigen Minettemetropole doppelt so viele RMG-Bezieher gibt wie im Landesdurchschnitt und rund 27 Prozent aller Schaffenden der Kategorie Niedriglohnverdiener zuzuordnen sind.

Vielen Familien ist es somit nicht möglich, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Angefangen mit den vielfach schlechten Wohnverhältnissen, in denen sie zu leben gezwungen sind. Wer allerdings wie die Schöffenratsparteien seine Wahlpropaganda nur auf die neuen Wohnviertel Belval und Nonnewisen beschränkt, braucht auf schlechte Wohnverhältnisse, bestehende Wohnprobleme und fehlende Mietwohnungen nicht einzugehen.

Wer sozial benachteiligt ist, bekommt dies meist schon im Kindesalter zu spüren, was offizielle Zahlen übrigens auch ein aller Deutlichkeit belegen. So schließen in der einstigen Minettemetropole fast 45% aller Jugendlichen die Schule alljährlich ohne oder mit nur geringer Qualifikation ab. Unter den Jugendlichen mit Sekundarschulabschluss sind die jungen Escher ebenfalls deutlich unterrepräsentiert. Wenn das keine Benachteiligung ist!

Der Sozialpolitik muss deshalb eine vorrangige Rolle eingeräumt werden, auch auf Gemeindeebene. Aus diesem Grund wird es wichtig sein, bei den Wahlen am 8. Oktober die Kommunisten zu stärken.

Deng Stëmm kann d’Gemeng veränneren!

gilbert simonelli

Gilbert Simonelli : Dienstag 12. September 2017