SEW-OGBL und Landesverband

»De Slogan »D’Kand am Mëttelpunkt« ass en Hohn«

Am Donnerstag wiesen SEW-OGBL und Landesverband in einer gemeinsamen Pressekonferenz auf die äußerst angespannte Lage bei den Chragés de cours hin. Jenem Personal also, welches die diplomierten Lehrkräfte im Krankheitsfall ersetzen soll. Rund 1.000 von ihnen gibt es und die wollen nun endlich bessere Arbeitskonditionen. Denn ohne ihren Einsatz würde aktuell der Schulbetrieb zum Erliegen kommen, hieß es am Donnerstagmorgen. Krankmeldungen und Urlaub seien derzeit absolut tabu. Dabei sei auch das viel zu schwierige Zulassungsdiplom ein Grund für die schwierige Lage: Viele würden einfach die Prüfung nicht schaffen, da der hier abgefragte Inhalt thematisch viel komplexer sei als das, was in der Schule vorkomme.

Das Ministerium müsse dringend mehr tun, um den Chragés zu helfen. Dazu gehörten eine Gleichstellung der Décharge im Alter und eine Angleichung der Wochenstunden.

Wer eine dreijährige Stage-zeit durchmache, um später einen CDI zu bekommen, müsse in der Zeit mit Einbußen beim Gehalt von rund 20 Prozent rechnen. Das stellt ein Problem dar bei den persönlichen finanziellen Planungen. Problematisch sei ohnehin die Lage der CDD-Verträge, welche viele Chargés in der Tasche hätten. Sie müßten sich jedes Jahr aufs Neue um einen Posten bewerben, obwohl sie teils schon seit Jahren im selben Gebäude dieselben Klassen betreuten. Diese Formalie setze insbesondere älteren Chargés mehr und mehr zu.

Patrick Arendt vom SEW-OGBL sicherte den Chargés die volle Solidarität der diplomierten Lehrkräfte zu und mahnte, sich nicht gegeneinander aufhetzen zu lassen. Mit Blick auf den vom aktuellen Minister immer mehr aufgeblähten Verwaltungskopf erklärte er, die Diplomierten müßten Verwaltungsaufgaben übernehmen und die Chargés ihren Platz einnehmen. Der Slogan »D’Kand am Mëttelpunkt« sei in diesem Zusammenhang ein Hohn. Der Verwaltungsaufwand stünde nämlich zunehmend im Mittelpunkt

CK

Christoph Kühnemund : Donnerstag 12. Oktober 2017