Niedrigere Preise für Kinderkrippen drücken die Inflation und die mittleren Lohnkosten

Der Index der Verbraucherpreise ging im Monat November, im Vergleich zu Oktober 2017, um 0,3 Prozentpunkte zurück. Diese Entwicklung hat hauptsächlich mit den rückläufigen Tarifen für Kinderkrippen und Tagesstätten zu tun. Abgebremst wurde der Rückgang aber von den steigenden Preisen für Erdölprodukte.

Wie das statistische Amt festhielt, stiegen die Preise für Erdölprodukte im November um 3 Prozent. Bereits während der vorangegangenen drei Monate hatte es Preiserhöhungen bei Benzin, Diesel, Heizöl und weitere Erdölprodukte gegeben. Allein im November stieg der Preis für ein Liter Benzin um 4,4 Prozent. Heizöl wurde sogar 5,3 Prozent teurer, während die Preiserhöhung beim Diesel sich auf 2,2 Prozent beschränkte. Innerhalb eines Jahres wurden Erdölprodukte im Durchschnitt 8,6 Prozent teurer.

Trotz der massiven Erhöhungen für Heizöl, Benzin und Diesel war der Index der Verbraucherpreise rückläufig. Herbeigeführt wurde dies durch die Reform der »Chèques service accueil«, die zum 2. Oktober in Kraft trat und zur Folge hatte, dass die mittleren Preise für Kinderkrippen und Tagesstätten auf einen Schlag um 18,5 Prozent gesenkt wurden.

Allein das führte dazu, dass die Jahresinflationsrate im November um 0,4 Prozent auf 1,5 Prozent fiel.

Wie jedes Jahr um diese Zeit, wurden im November auch Flugtickets (-3.7%) und Pauschalreisen (-2 Prozent) etwas billiger, nachdem die Reise- und Fluggesellschaften während der Sommerschulferien und in der Nachsaison mit exzessiven Preiserhöhungen große Extraprofite gemacht hatten. Billiger wurden auch Mobiltelefone (-4,9%) und Internetanschlüsse (-2,1%).

Andererseits gab es im November deutliche Preiserhöhungen bei den Mieten, bei Produkten der Körperpflege, beim Kauf von Autos und bei Herrenkleidung.

Der semestrielle Durchschnitt des Index vom 1. Januar 1948, der für die Anpassung der Löhne an die Inflation gilt, stieg im November von 846,07 auf 846,38 Punkte.

Die nächste Indextranche wird bei einem Durchschnitt von 852,63 Punkten erfallen, doch wann das sein wird, hängt davon ab, wie sich die Inflation und das Verhältnis des Euro zum Dollar generell entwickeln werden, und welche Schwankungen es bei den Preisen für Rohöl geben wird. Gegenwärtig geht das statistische Amt davon aus, dass dies erst im 3. Trimester 2018 der Fall sein wird.

Das freut die Unternehmer ungemein, denn dadurch werden die mittleren Lohnkosten im kommenden Jahr deutlich fallen.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 7. Dezember 2017