Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgesoises

Am Sonntag fand im Kulturzentrum in Rodange der traditionelle Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises (UFL) statt.

Erstmals vor 48 Jahren als Vietnam-Basar von der UFL ins Leben gerufen, um die Frauen und Kinder finanziell zu unterstützen, die Opfer des barbarischen Krieges wurden, den die USA in Vietnam führten, wurde der Basar nach dem Sieg des vietnamesischen Volkes in Solidaritätsbasar umbenannt.

Auch in diesem Jahr gab es erneut schön hergerichtete Verkaufsstände der einzelnen Sektionen der UFL, deren Einnahmen es der Frauenorganisation erlauben werden, auf nationaler und internationaler Ebene Solidarität zu üben.

Besonders auf dem Basar begrüßt wurde der KPL-Präsident und Differdinger Gemeinderat Ali Ruckert, der kommunistische Schöffe der Stadt Rümelingen Edes Peiffer, der frühere kommunistische Abgeordnete Aloyse Bisdorff und der Landespräsident indes Lëtzebuerger Rentner- an Invalideverband Jos Ruckert. Musikalisch verschönert wurde der Basar durch den Chor des Club-Senior Prënzebierg.

In einer Festansprache bedankte Landespräsident Babette Ruckert sich herzlich bei allen, die sich weiter dem Gedanken der Solidarität verpflichtet fühlen. In kurzen Worten erinnerte sie an die Geschichte der UFL, die 1945 von kommunistischen Frauen gegründet wurde, die aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern Nazi-Deutschlands und aus der Umsiedlung zurückkamen oder in Luxemburg in der Resistenz gekämpft hatten. Die Anfänge waren nicht leicht, und schon kurze Zeit später wurden die Frauen der UFL sogar vom damaligen Bischof in einem Hirtenbrief, der in allen Kirchen verlesen wurde, exkommuniziert – eine Repressionsmaßnahme, für die sich die katholische Kirche erst nach mehr als 50 Jahren, im Jahr 2000 entschuldigte.

Neben dem Solidaritätsgedanken, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der UFL zieht, machte sich die Frauenorganisation insbesondere für die Gleichberechtigung der Frauen in allen Gesellschaftsbereichen stark, sei es gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die volle Rente für Witwen, die Erhöhung des Kindergeldes, die Abschaffung der Diskriminierung der Alleinerziehend im Steuerbereich und den Bau von genügend Strukturen im Bereich in der Kinderbetreuung. Zudem stand die UFL immer in der ersten Reihe, wenn es galt, den Frieden zu verteidigen und für atomare Abrüstung zu kämpfen.

Die Union des Femmes Luxembourgeoises, die seit 1945 Mitglied der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) ist und seit damals als einzige Frauenorganisation in Luxemburg Jahr für Jahr den Internationalen Frauentag feierte, arbeitet seit 1975, im Interesse der Rechte der Frauen und der Gleichberechtigung, auch mit anderen Frauenorganisationen im Rahmen des »Conseil National des Femmes«, des CID-Femmes und darüber hin­aus zusammen.

Auch in diesem Jahr macht die UFL erneut mit bei der Plattform JIF, einem Komitee von mehr als 20 Frauenorganisationen, welche rund um den Internationalen Frauentag mehrere kulturelle Veranstaltungen organisiert und am 8. März selbst, von 12.00 bis 14.00 Uhr eine öffentlichkeitswirksame Aktion auf der hauptstädtischen Place d’Armes.

A.R.

Montag 5. März 2018