Über drei Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr

Zuwächse vor allem in Südregion und Hauptstadt. Rund 20.000 Beschäftigte im Tourismussektor

Bevor die Internationale Tourismusbörse ITB in Berlin (heute) und die diesjährige Tourismussaison in Luxemburg (am Wochenende vor Ostern) eröffnet werden, zogen »Luxembourg for Tourism« und Wirtschaftsstaatssekretärin Francine Closener am Dienstag die Bilanz 2017.

Im vergangenen Jahr sei mit insgesamt 3.089.000 Übernachtungen zum ersten Mal die Drei-Millionen-Marke geknackt worden. Am meisten hätten die Jugendherbergen mit einem Plus von zwölf Prozent zur Steigerung der Übernachtungszahl um insgesamt 4,3 Prozent beigetragen, die Zahl der Übernachtungen in einem Hotel oder auf einem Campingplatz habe jeweils um 4,0 Prozent zugelegt.

Anne Hoffmann, Direktorin von »Luxembourg for Tourism«, erklärte, die Hotelbetreiber hätten sich über den sechsten Saisonrekord in Serie gefreut, und die Campingplatzbetreiber über das erste Mal seit 2005, daß sie über eine Million Übernachtungen verbuchen konnten. Wobei es längst so sei, daß nur noch rund ein Drittel der Campingplatzbesucher mit Rucksack und Zelt erscheine, ein weiteres Drittel komme mit dem eigenen Wohnmobil und der Rest übernachte in auf dem Platz installierten Ferienhäusern. Die größten Zuwächse bei den Übernachtungen wurden Hoffmann zufolge in der Südregion mit einem Plus von 6,1 Prozent und in der Hauptstadt (+5,9%) verbucht. Es folgen die Ardennen (+4,2%) und die Moselregion (+3,7). Hingegen konnten die »Kleine Luxemburger Schweiz« (Region Müllerthal, +1,3%) sowie das Guttland (+1,2%) nicht so stark zulegen.

Konnte 2017 die Gesamtzahl der Übernachtungen um 4,3 Prozent gesteigert werden, so legte die Zahl der Übernachtungen von Touristen aus dem Ausland sogar um fünf Prozent zu. Der mit einem Plus von zwölf Prozent größte Zuwachs wurde bei Gästen aus der Schweiz verbucht, wo erst seit kurzer Zeit für Urlaub in Luxemburg geworben wird. Zuwachsraten von jeweils neun Prozent gab es auch bei Touristen aus Britannien, den USA und China, bei Gästen aus Japan lag das Plus bei acht Prozent. Zuwächse auf deutlich höherem Niveau gab es bei Übernachtungen von Urlaubern aus den Nachbarländern. Bei Besuchern aus Belgien wurde ein Plus von vier, bei Franzosen von drei und bei Deutschen von einem Prozent gemessen, lediglich bei den Niederländern habe die Übernachtungszahl trotz des späten Ostertermins, des relativ guten Wetters und der vielen Brückentage im vergangenen Jahr stagniert. Daß die Zahl der Übernachtungen in Jugendherbergen derart zulegte, wurde mit der im vergangenen Sommer neueröffneten modernen Jugendherberge in Esch/Alzette erklärt.

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Preis für eine Hotelübernachtung bei 83,90 Euro, die Hotels waren mit einer Belegungsquote von 78,5 Prozent vergleichsweise gut belegt. 2017 stießen neben Schlössern (+6%), Museen (+4%) und geführten Touren durch die Stadt Luxemburg (+1%) Freiluftaktivitäten wie der Märchenpark in Bettemburg (+1%) oder die Wanderstrecken des Mullerthal Trails (+41%) auf wachsendes Interesse – übrigens auch bei Tagestouristen aus den Nachbarländern und bei Einwohnern, »die das Land entdecken wollen«, wie Frau Hoffmann erklärte. Und Frau Closener betonte, im hiesigen Tourismussektor seien mittlerweile rund 20.000 Frauen und Männer (direkt und indirekt) beschäftigt und er trage zu 6,5 Prozent (direkt und indirekt) zu Luxemburgs Jahreswirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) bei.

oe

Dienstag 6. März 2018