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Cherchez l’argent!

Die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte (AMMD) ist im Wahlkampfmodus und hat einen Brief an den Chamberpräsidenten geschickt, in welchem sie sich noch einmal vehement gegen die Einführung des verallgemeinerten Drittzahlerprinzips ausspricht. Mit dem »Tiers payant généralisé« würde der Arzt nur noch die gesetzlich festgelegte Beteiligung vom Patienten kassieren, das Honorar aber würde direkt von der Krankenversicherung an den Arzt oder Zahnarzt bezahlt.

Um ihren Widerstand gegen den »Tiers payant« zu rechtfertigen, behauptet die AMMD, das Drittzahlerprinzip bedrohe die Qualität der medizinischen Betreuung und schränke die therapeutische Freiheit der Mediziner ein. Um das zu belegen, gibt sie ein Beispiel aus dem Bereich der privaten Medizin-Labore, in welchem das Drittzahlerprinzip bereits Anwendung findet, das allerdings alles andere als schlüssig ist.

Vielleicht lässt der hartnäckige Widerstand der AMMD sich auch ganz einfach damit erklären, dass der »Tiers payant« weder der viel zitierten »therapeutischen Freiheit« noch einer schnellen Begleichung der Rechnungen durch die Krankenkasse im Wege stehen würde, dafür aber für absolute Transparenz sorgen und ein grelles Licht auf gewisse Sonderhonorare und Extraeinnahmen werfen wird, die für die Mediziner finanziell einträglich aber nicht über die Krankenasse abgedeckt sind und damit den Patienten teuer zu stehen kommen.

Cherchez l’argent!

Nik.

Montag 9. April 2018