Institut Luxembourgeoise de Régulation (ILR):

Jahresbericht 2017 – 68 Prozent mehr Anfragen

Gestern stellte das ILR in Luxemburg seinen Aktivitäts-Jahresbericht für das vergangene Jahr 2017 vor.

Demnach wurden im Jahresverlauf 134 Anfragen registriert, was einem Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2016 entsprach. In der Hauptsache betrafen die Anfragen inhaltlich die drei Bereiche Elektronische Kommunikation, Energie sowie Postdienstleistungen.

In der überwiegenden Zahl der Fälle, nämlich zu 86 Prozent, betrafen die Anfragen den Bereich der Elektrokommunikation. Bemerkenswert: Seit der Mediationsservice 2011 ins Leben gerufen wurde, hat die Zahl der Anfragen von Jahr zu Jahr immer zugenommen. Im Jahre 2014 wurde das Angebot dann auch auf postalische Dienstleistungen ausgeweitet.

Wichtig für eine spätere Anfrage an das ILR sei für den Konsumenten, zunächst eine schriftliche Reklamation an das Unternehmen zu richten, mit welchem er ein Problem habe. Zunächst sollte versucht werden, mit dem Vertragspartner, wie etwa dem Mobilfunk- oder Stromanbieter, eine Lösung zu finden, bevor eine Anfrage formuliert werde, auch wenn diese gratis sei. Es gehe immer darum, eine einvernehmliche Lösung zwischen den Streitparteien zu finden.

Von den insgesamt 134 Anfragen im Jahre 2017 konnte in 44 Prozent der Fälle eine Einigung mit Hilfe des ILR erzielt werden, während in 15 Prozent der Fälle der »défendeur«, also die professionelle Seite, sich nicht auf eine Mediation einlassen wollte. In 5 Prozent der Fälle kam es zu keiner Lösung und in 4 Prozent der Fälle wurde das Mediationsverfahren angestrengt, jedoch später ruhen gelassen, weil etwa ein anderer Lösungsweg gefunden werden konnte.

Von den insgesamt 134 Anfragen waren 115 im Bereich der elektronischen Kommunikation angesiedelt und davon wiederum waren 49 Fälle, in denen es um Probleme mit dem Mobilfunkanbieter ging. Bei 29 Fällen ging es um Kombi-Angebote im Kommunikationsbereich und 22 hatten das Internet zur Grundlage.

Insgesamt wurden im Elektronikbereich in 37 Prozent der Fälle Einigungen bereits in der »1. Phase« erzielt. Dieses ist die schriftliche Phase ganz zu Anfang, in welcher der Mediateur von beiden Seiten schriftliche Stellungnahmen einholt. In 27 Prozent der Fälle lehnte allerdings die Seite des Anbieters eine Mediation ab.

Im Energiebereich behandelten 86 Prozent der Anfragen den Bereich Elektrizität und 14 Prozent Erdgasangebote. Bei den Anfragen im Postbereich wurden 83 Prozent aller 12 Anfragen zu einer Mediation vom Anbieter abgelehnt.

In der Hauptsache, nämlich 73 Prozent der Fälle, wurden die Mediatio0nsvorgänge in französischer Sprache durchgeführt. Zwölf Prozent auf Luxemburgisch und 15 Prozent auf Deutsch.

Weitere Informationen zum Angebot des ILR gibt es im Internet unter www.ilr.lu.

CK

Christoph Kühnemund : Montag 14. Mai 2018