»Sozialdialog« global

In Luxemburg kam ein weltweites gewerkschaftliches Netzwerk von ArcelorMittal-Beschäftigten zum ersten Mal zusammen

Am Dienstag und Mittwoch hat die weltweite Gewerkschaftsföderation IndustriALL Global Union die Vertreter von ArcelorMittal-Beschäftigten aus 18 Ländern, in denen dem weltgrößte Stahlkonzern Produktionsstätten gehören, in einem Luxemburger Hotel versammelt, um ein weltweites gewerkschaftliches Netzwerk der ArcelorMittal-Beschäftigten aufzubauen.

IndustriALL ist im Sommer 2012 aus einer Fusion des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes mit den internationalen Föderationen der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeiterverbände sowie den internationalen Vereinigungen der Textil-, Leder- und Bekleidungsarbeiter hervorgegangen. Etwa 200 Gewerkschaften, die zusammen rund 50 Millionen Mitglieder in 140 Ländern organisieren und vertreten, sind in der »Weltindustriegewerkschaft« mit Sitz in Genf, Schweiz vereint. Aus Luxemburg ist nur der OGBL vertreten. Präsident von IndustriALL ist Jörg Hofmann von der deutschen IG Metall, Generalsekretär ist Valter Sanches, ehemals Präsident der brasilianischen Metallarbeitergewerkschaft CNM-CUT.

Um Weltkonzernen mit einer transnationalen gewerkschaftlichen Organisierung entgegentreten zu können, verfolgt IndustriALL fünf strategische Ziele: 1. Stärkung gewerkschaftlicher Organisationsmacht durch Mitgliedergewinnung und den Aufbau handlungsfähiger transnationaler Netzwerke innerhalb der multinationalen Konzerne sowie innerhalb ganzer Branchen; 2. Schwächung der Kapitalmacht durch weltweit gültige Rahmenverträge; 3. Verteidigung der Rechte der Schaffenden; 4. Kampf gegen prekäre Beschäftigung; 5. Einsatz für eine sozial und ökologisch nachhaltige Industrie.

Nach der Zusammenkunft gab es am Mittwochnachmittag eine Pressekonferenz im Gebäude des OGBL im hauptstädtischen Bahnhofsviertel, an der Jean-Claude Bernardini vom geschäftsführenden Vorstand des OGBL und Zentralsekretär seines Syndikats Hüttenindustrie und Bergbau, Brian Kohler, bei IndustriALL zuständig für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, sowie der bei IndustriALL für Stahlarbeiter und Bergleute zuständige Adam Lee teilnahmen.

Laut Lee ging es auf dem ersten Treffen darum, grenzüberschreitende Kontakte zwischen den Salariatsvertretern aufzubauen, um die gemeinsamen Anstrengungen künftig besser koordinieren zu können. Im Sinne eines »Sozialdialogs auf globaler Ebene« habe auch ein Vertreter von ArcelorMittal und am Dienstag auch Arbeitsminister Nicolas Schmit an den Beratungen teilgenommen. Nach einem »guten Start« gehe es nun darum, gemeinsam weltweite gewerkschaftliche Aktivitäten zu organisieren. Kohler erklärte, zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes in den ArcelorMittal-Werken in aller Welt arbeite man bereits erfreulich gut mit Konzernvertretern zusammen.

oe

Während der gestrigen Pressekonferenz (v.l.n.r.): Jean-Claude Bernardini, Brian Kohler und Adam Lee

Mittwoch 11. Juli 2018