Logisch nicht zu erklären:

Immer mehr konventionelle Milch trotz schlechter Preise

In den letzten drei Jahren war der Preis für konventionelle Milch nie da, wo er laut Aussagen von Bauernfunktionären sein müßte, nämlich bei 40 Cent pro Kilogramm. Vor dem Regen in der Nacht zu Mittwoch hieß es gar, die Kosten seien noch weiter gestiegen, weil auf den Wiesen nichts mehr wachse und zugefüttert werden müsse. Nun ist es klarerweise nicht möglich, Kühe auf der Wiese verhungern zu lassen, wenn da nichts mehr wächst. Aber Kühe sind von Natur aus Grasverwerter, und auch wenn sie mit zusätzlichem Kraftfutter wie der berühmten Import-Soja mehr Milch liefern, so braucht ihr Organismus das nicht. Wobei die Kosten für Veterinär und Medikamente sogar mit der Menge des Kraftfutters steigen!

Es gäbe daher ein einfaches Mittel, die Milchmenge mit dem Verzicht auf die Sojaverfütterung rasch zu senken. Da aktuell zu viel Milch auf dem Markt ist und die Luxlait die Hälfte dessen, was angeliefert wird, nicht in Produkte umsetzen kann, und deshalb auf dem Spotmarkt für wenig Geld verscherbeln muß, würde weniger Milch im konventionell wirtschaftenden Bereich den Preis, den der Bauer bekommt, erhöhen.

Im Biobereich ist es hingegen ganz anders, denn dort wird international mehr nachgefragt als da ist. Das führt dazu, daß Biobauern ohne Schwankungen durchgehend 50 Cent pro Kilogramm Milch bekommen, seit sie ihre eigene kleine Molkerei haben. Die kann alles, was sie nicht selbst in Produkte umsetzt, zu einem hohen Preis ins Ausland weiterreichen. Trotzdem führt das nicht zu mehr Umsteigewilligen, denn die Vorurteile gegen die biologische Wirtschaftsweise werden vor allem von der Bauernzentrale gefördert. Obwohl inzwischen nachgewiesen ist, daß die biologische Wirtschaftsweise Humus aufbaut, während die konventionelle ihn abbaut, und damit eine nicht nachhaltige Gefährdung für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit darstellt.

Aber die konventionellen Bauern sind nicht nur nicht bereit, Biolandwirte zu werden und an ihre Kühe nur noch Gras und Hülsenfrüchte zu verfüttern, sie schaffen auch ständig größere Herden in noch größeren Ställen auf Kredit an. Und während das geschieht, wird eifrig weiter über den schlechten Milchpreis geklagt.

So wird alles dafür getan, daß der Preis sich nie erholen wird. Dabei sollte es doch so schwer nicht sein, zu begreifen, daß im real-existierenden Kapitalismus alles, was in Überfluß vorhanden ist, billig wird, während Rares Höchstpreise erzielt.

Irgendwie komisch ist es da schon, wenn der Luxlait-Direktor ohne Kritik an der Bauernzentrale zu üben seinen Abschied nahm, um auf der CSV-Liste für die Wahl im Herbst zu erscheinen. Dabei hat der Mann jeden Unsinn brav mitgemacht, auch die Bestellung viel zu großer Geräte, die in der neuen Molkerei stehen. Das Geld war ja da nach dem tollen Immobiliendeal in den Merler Wiesen, der auch noch subventioniert wurde. Das rächt sich jetzt, wenn es gilt, dutzende verschiedene Yoghurts zu produzieren.

Ohne Selbstkritik wird aber kein Aufbruch zu neuen Ufern möglich. Das aber ist nötig, um dauerhaft bessere Milchpreise zu sichern.

jmj

So viele Cents kriegen die konventionellen Bauern pro Kilo Milch, während es für Bio-Landwirte seit Bestehen ihrer eigenen kleinen Molkerei durchgehend 50 Cents erlösen

Verstehe, wer kann. Obwohl der Milchpreis nie jene 40 Cents erreicht, den Bauernfunktionäre als Minimum für eine rentable Erzeugung nennen, steigt die Milchanlieferung von Jahr zu Jahr weiter an

Mittwoch 8. August 2018