Decaux meldet Eintreffen der Batterien:

Arbeiten zur vel‘OH!- Umstellung beginnen morgen

Nicht am 1. Juli, auch nicht in der Mobilitätswoche Mitte September, dafür aber am 30. November 2018 um 11 Uhr gibt es auf dem Knuedler die offizielle Eröffnung der zweiten Generation der hauptstädtischen Leihfahrräder mit elektrischer Motorenunterstützung. Früher waren die dafür benötigten Batterien für 860 Fahrräder nicht zu kriegen, der Engpaß sei aber nun beseitigt, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Die Werbetafeln aus dem ersten Vertrag sind bereits verschwunden, und sie kommen auch nicht wieder. Es verschwindet jetzt nach und nach alles, was die altbekannten Stationen ausmachte, denn es wird alles neu, nicht nur die Fahrräder werden erneuert.

Das bedeutet, daß ab Donnerstag täglich weniger Stationen verfügbar sein werden. Begonnen wird mit der Place de Paris und der Place de la Constitution, die aber beide erst am 27. Dezember bestückt werden mit den neuen Fahrrädern, wenn die Buden des Weihnachtsmarktes wieder abgebaut sind.

Ab kommenden Montag geht es dann täglich weiteren Stationen an den Kragen, wobei im Prinzip zunächst jede zweite bleibt, damit eine gewisse Verfügbarkeit erhalten bleibt. In der ersten Phase werden auch neue Stationen hinzukommen, z.B. in den Stadtvierteln Pulvermühle und Hamm sowie in Strassen (Rue du Kiem und an der Ecke Rue du Cimetière/Rue de la Liberté) und in Hesperingen (Ceinture du Château und Mairie de Hesperange).

In der Nacht zum 30. November werden dann die fertiggestellten 60 Stationen mit 28,6 Kilogramm schweren Dreigangfahrrädern bestückt, die auf vom Gewicht und der geforderten Leistung abhängigen 30 bis 40 Kilometern bis zu 25 km/h motormäßig unterstützt werden. Ohne Treten gibt es keine Unterstützung, und diese nimmt ab, je näher sich die Geschwindigkeit in Richtung 25 km/h bewegt. Das Fahrrad ist zudem mit einem USB-Stecker ausgestattet, der ein Aufladen eines Smartphones oder Laptops ermöglicht. Zurückgestellte Fahrräder werden erst wieder ausleihbar, wenn die Batterie voll aufgeladen ist.

Bestehende Abonnements bleiben gültig, auch wenn der Preis für das Jahr von 15 auf 18 Euro steigt. Die erste halbe Stunde wird weiterhin kostenlos sein. Danach kostet eine Stunde aber zwei statt bisher ein Euro, aber höchstens fünf Euro pro Tag. Es ist jedoch nicht gestattet, ein Fahrrad länger als 24 Stunden auszuleihen: Sonst wird die Kaution einbehalten.

Jahresaboinhaber sollen rechtzeitig per E-Mail über sämtliche Änderungen informiert werden. Mit ihrer Karte können sie direkt an der Lenkstange ein aufgeladenes Fahrrad entsperren. Zum 30. November wird eine neugestaltete Seite auf www.veloh.lu zu sehen sein. Gleichzeitig wird auch eine App für Smartphones verfügbar, wo wie auf der Internetseite ein Einblick ins eigene Konto wie auf die Verfügbarkeit freier Abstellplätze wie geladener Fahrräder an den nächsten Stationen rundherum möglich ist.

In der ersten Dezemberwoche werden dann die restlichen 33 Stationen relativ plötzlich ab- und umgebaut. Am 10. Dezember sind dann 93 Stationen mit den neuen Rädern bestückt, zumindest wenn es nicht zu einem unerwarteten Kälteeinbruch mit viel Schnee kommt.

Später hinzu kommen dann noch vier Stationen in Bartringen, das sein heutiges System durch vel‘OH! ersetzt. Am Rond-Point Serra nach Fertigstellung der dortigen Arbeiten und am Royal Hamilius zur Eröffnung des Luxuskaufhauses wird es zwei weitere Stationen in der Hauptstadt geben. Damit wird es dann 17 neue Stationen geben.

Ansonsten sind alle Anrainergemeinden eingeladen, sich direkt mit der Firma Decaux in Verbindung zu setzen, um sich an das System anzuschließen. Niederanven, Walferdingen und Leudelingen hatten dazu Interesse am Knuedler angemeldet. Was sie für Anschuß und Wartung an die Firma Decaux zu zahlen haben, müssen sie selbst mit ihr ausmachen.

Ob das wirklich einen Haufen mehr fleißig Nutzende bringt und damit weniger Autos in den Straßen, muß sich dann erst weisen. Jedenfalls fühlte sich der zuständige Schöffe Patrick Goldschmidt, der als einziger am Tisch mit eigenem Fahrrad unterwegs in der Stadt zu sichten ist (die Bürgermeisterin läßt sich im Audi chauffieren, Dienststellenleiter Laurent Vanetti schaut sich die Stadt aus der Perspektive einer Porsche-Flunder an) nicht wirklich wohl, als er auf die Frage, wie viele Abos es heute gibt, mit »7.000 bis 8.000, aber die fahren nicht täglich« antwortete. Wir können das verstehen, wird doch über die Hälfte davon von städtischen Bedien­steten gestellt, von denen wahrscheinlich deutlich mehr als die Hälfte noch nie auf einem Leihfahrrad gesessen hat.

jmj

Dienstag 6. November 2018