Es wird immer toller:

Chaos und Fehlplanung in der Hauptstadt

Der aktuelle Schöffenrat am Knuedler ist noch stolzer als die drei davor auf die perfekte Baustellenkoordination in der Hauptstadt. Und in der Tat, darauf ist jeder Stolz angebracht, geht doch nacheinander jedes Loch mit einer neuen Baustelle zu, durch den der Verkehr bis dahin noch fließen konnte. Wer etwa vorm Sommer dem Baustellenchaos in der Hollericher Straße über die Escher Straße, den Bd. Marie Thérèse und die Neue Avenue auswich, der steht jetzt mit allen anderen dort im Chaos der Trambaustelle. Daß die Familie Fayot mit der LSAP jetzt auch noch erreichen möchte, daß weniger über »ihren« Boulevard de la Pétrusse nach Hollerich, Merl oder zur Escher Autobahn fahren, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Alles sieht danach aus, als ob die Baustellen so koordiniert würden, um den Menschen es gründlich zu verleiden, in die Stadt Luxemburg zu kommen. Dort müssen viele aber einfach hin, sei es auf die 215.000 Arbeitsplätze, sei es als Kunden zu den Betrieben und Verwaltungen mit diesen Arbeitsplätzen. Das ist eine Folge der Überzentralisierung dieses Landes, aber das will ja fast niemand zur Kenntnis nehmen!

Verkehr aber funktioniert nicht mit Behinderungen, von denen es im Normalbetrieb schon zu viele gibt. Denken Sie etwa nur an die Unsitte, an Bushaltestellen die Buchten zu beseitigen, auf daß sich alles hinter dem stehenden Bus staue. Die in den Autos können dann mit eigenen Augen überprüfen, daß es da zu den Hauptverkehrszeiten zugeht wie bei den Heringen in der Tonne, was sie sicher davor abhält, auch noch da hinein zu wollen.

Brücke in Cents schlägt alles an Fehlplanung

Der Bahnübergang bei der Haltestelle Cents/Hamm ist Geschichte, die Brücke darüber in Betrieb. Zwar gibt es erst eine begehbare Treppe hinunter zum Bahnsteig, aber in der Not frißt der Teufel Fliegen. Den vorgesehenen Lift gibt es dafür auf keiner Seite, aber immerhin hat es rechts und links einen Liftschacht. Jedoch die Busse halten fleißig auf der Brücke, sollen die Passagiere halt schauen, wie sie zu Recht kommen.
Auf der Seite, wo es tatsächlich schon die Treppe zum Bahnsteig gibt, ist zu aller sonstigen Fehlplanung vorgesehen, daß da am Bürgersteig quer über die Bushaltestelle in beiden Richtungen Fahrräder fahren sollen. Das ist mit den blauen Gebotsschildern sogar zwingend vorgeschrieben. Wer sich in einem Anfall von Vernunft nicht darin hält, verstößt demnach gegen die Straßenverkehrsordnung!
Dabei ist die Kurve nach unten zum ehemaligen Bahnübergang nicht nur äußert eng, sondern auch noch extrem steil. Bei Schnee und Wetter wird Fußgängern das Mitnehmen von Steigeisen wie im Hochgebirge empfohlen. Fahrräder sollten wohl dann am besten mit Spikes ausgerüstet sein. Wir sind maximal enttäuscht, Herr Mobilitätsschöffe Goldschmidt. Als Fahrradfahrer hätten Sie diesen gefährlichen Unfug verhindern müssen.

Wobei da einiges mehr an Fehlplanung zu verhindern gewesen wären. Die Achse, in der die Brücke steht, führt zu viel zu engen Kurven. Das zwingt Busse wie Lastkraftwagen auf die Gegenfahrspur, sonst kommen sie nicht ums Eck! Das ist nicht nur gefährlich, es ist stressig für jene, die das Lenkrad zu drehen haben. Sie können einem leid tun, denn an sie hat niemand bei der Planung gedacht. Wobei eigentlich generell wenig nachgedacht wird in der Hauptstadt, wenn Busse irgendwohin geleitet werden. Die Ecken, wo die Busse nur durchkommen, wenn sie in die Gegenfahrbahn hineinstoßen, werden umso mehr, je länger die Busse werden.
Eigentlich ist das nur eine weitere Verkehrsbehinderung, leider aber auch eine Behinderung für den öffentlichen Verkehr! Dumm gelaufen.

jmj

Absolute Fehlplanung, da viel zu steil. Dabei soll das nicht nur ein Bürgersteig sein, sondern auch noch ein Fahrradweg in zwei Richtungen!

Donnerstag 8. November 2018