Wann stehen Zuschläge an?

Der Lohn eines Vollbeschäftigten darf nicht niedriger sein als der soziale Mindestlohn. Hat der Beschäftigte eine Lehre abgeschlossen, so steht ihm, ähnlich wie auch Nichtdiplomierten mit zehnjähriger Berufserfahrung, der qualifizierte Mindestlohn (+20 Prozent) zu.

Hinzu kommen Zuschüsse und Prämien die, sollten sie nicht arbeitsrechtlich geschuldet werden, zwischen Patronat und Gewerkschaft ausgehandelt werden (Kollektivvertrag) – beispielsweise für Arbeiten unter erschwerten Bedingungen, beim Nichteinhalten von Ruhepausen oder bei schmutzigen und gefährlichen Arbeiten. Zuschüsse gibt es verschiedentlich auch für Mitarbeiter, die abends Präsenz zeigen müssen.

Anders sieht es für die Zuschläge bei Überstünden und bei Arbeiten an Sonn-, und Feiertagen aus. Diese sind per Gesetz festgehalten.

Überstunden

Seit Einführung des Einheitsstatuts werden Überstunden meistens mit einem bezahlten Freizeitausgleich abgegolten, wobei auf eine geleistete Überstunde anderthalb Stunden bezahlte Freizeit entfallen. Hat der Lohnabhängige auf Anweisung des Betriebs die Möglichkeit nicht, von der ihm zustehender Freizeit zu profitieren, so ist ihm die Überstunde mit einem Zuschlag von 40 Prozent zu entlohnen (steuer- und sozialabgabenfrei).

Prämien an Sonn- und Feiertagen

Auch die an Sonn- und Feiertagen verrichtete Arbeit kann unterschiedlich vergütet werden. Entweder wird dem Arbeiter der übliche Stundenlohn plus ein Zuschuss von mindestens 70 Prozent an Sonntagen und 100 Prozent an Feiertagen bezahlt, oder die verrichtete Arbeit wird ihm mit einem Freizeitausgleich und dem im Gesetz festgehaltenen Zuschuss vergütet, wobei der Freizeitausgleich aus acht Stunden bestehen muss, wenn der Lohnabhängige sonntags mehr als vier Stunden gearbeitet hat.

Nachtarbeit

Für geleistete Nachtarbeit sieht das Arbeitsrecht allerdings keine Zuschüsse vor – außer für die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe, Diese werden zwischen Patronat und Gewerkschaften ausgehandelt (Kollektivvertrag). In der Regel wird die Nacht­arbeit mit einem Zuschlag von mindestens 15% vergütet, ohne dass dieser Prozentsatz jedoch einen allgemeinen gültigen Wert darstellt.

Da rund die Hälfte aller Schaffenden jedoch nicht kollektivvertraglich abgesichert sind, riskieren immer wieder viele Kollegen, dass ihnen die Nachtarbeit nicht vergütet wird. Wahrhaftig eine unzumutbare Situation.

g.s.

Gilbert Simonelli : Freitag 16. November 2018