Worauf bei Krankmeldungen zu achten ist

Man hört immer wieder von Schwierigkeiten, mit denen Schaffende konfrontiert sind, weil sie Betrieb oder CNS im Krankheitsfall zu spät über ihr Fernbleiben von der Arbeit informiert haben. Verfehlungen, die im schlimmsten Fall bis zur Auflösung des Arbeitsvertrags führen können.

Um derart möglichen Folgen vorzubeugen, ist unbedingt darauf zu achten, dass im Krankheitsfall der Versicherte verpflichtet ist, seinen Chef oder dessen Vertreter persönlich oder über eine dritte Person (zum Beispiel über ein Familienmitglied) gleich am ersten Tag seiner Abwesenheit mündlich oder schriftlich zu informieren, wobei wir dem Betroffenen neben der mündlichen auch eine schriftliche Abmeldung (Fax oder E-Mail) vorschlagen, da er im Streitfall nachweisen muss, den Betrieb über sein Fernbleiben rechtzeitig informiert zu haben.

Der von einem Arzt ausgestellte Krankenschein, der Grund der Arbeitsunfähigkeit und Dauer des Krankenscheins attestiert, muss anschließend sowohl dem Betrieb wie auch der Gesundheitskasse (CNS) spätestens vor Ablauf des dritten Tages nach Beginn des Krankenscheins vorliegen – es gilt nicht das Postdatum, Betrieb und CNS müssen vor Ablauf der Frist im Besitz des ärztlichen Attests sein.

Nur beim Einhalten beider oben genannten Mitteilungspflichten (außer bei einem Notfall mit Krankenhauseinlieferung) ist der Arbeitsunfähige für die Dauer des Krankenscheins vor einer Kündigung geschützt. Der Schutz ist allerdings befristet und erstreckt sich ab dem ersten Krankheitstag maximal auf 26 Wochen.

Erfüllt der Arbeitsunfähige beide Meldepflichten nicht, so kann dies als schwerwiegender Fehler (faute grave) ausgelegt werden, was eine fristlose Entlassung zur Folge haben kann. Anders verhält es sich, wenn Betrieb und CNS am ersten Tag informiert wurden, der Betroffene es jedoch versäumte, den vom Arzt ausgestellten Krankenschein in der vorgeschriebenen dreitägigen Frist an Betrieb und Gesundheitskasse weiterzuleiten. In diesem Fall kann »lediglich« eine fristgerechte Kündigung ausgesprochen werden.

Hat ein Krankgeschriebener sein Fernbleiben am er­sten Tag nicht gemeldet, den Krankenschein jedoch am zweiten Tag eingereicht, so tendiert die Rechtssprechung in einem solchen Fall dahin, dass das Versäumnis keine Kündigung rechtfertigt.

Attest ab dem dritten Tag erforderlich

Wer der Arbeit aus Gesundheitsgründen nicht länger als zwei Tage fernbleibt, ist nicht dazu verpflichtet, seine Abwesenheit durch einen Arzt attestieren zu lassen. So oder so, ob mit oder ohne einen von einem Arzt ausgestellten Krankenschein, muss die mündliche Abmeldung beim Betrieb und der CNS immer direkt am ersten Tag erfolgen.

Sind Betrieb oder CNS der Ansicht, dass der Versicherte zu häufig ein oder zwei Tage krankgemeldet ist, so steht ihnen das Recht zu, dem Versicherten schriftlich mitzuteilen, Krankmeldungen künftig nur mehr dann zu akzeptieren, wenn diese von einem Arzt ausgestellt wurden.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Erwerbstätigen, die in den Augen des Betriebs zu oft krankgeschrieben sind, der Arbeitsvertrag gekündigt werden kann. Als Kündigungsgrund wird in solchen Fällen in der Regel angegeben, der Betroffene würde aufgrund seiner Fehlzeiten den normalen Betriebsablauf zu sehr stören, auf eine regelmäßige Mitarbeit wäre kein Verlass, oder dem Betrieb würden aufgrund der wiederholten Fehlzeiten schwerwiegende organisatorische Probleme erwachsen. Solche Kündigungen können erst nach Ende des Krankenscheins, bei Wiederaufnahme der Arbeit oder nach Ablauf der 26-wöchigen Schutzfrist ausgesprochen werden kann.

Gilbert Simonelli

Freitag 23. November 2018