Wessen Bank ist die Bank?

Zum ersten Mal seit 162 Jahren haben Mitarbeiter der Spuerkeess vor dem Direktionsgebäude manifestiert

Auf der hauptstädtischen Place de Metz fand am Dienstag eine Premiere statt: Zum ersten Mal seit der Gründung der Staatssparkasse BCEE vor 162 Jahren haben Mitarbeiter der Spuerkeess vor dem Direktionsgebäude manifestiert. Zu dem Protestpiquet in der Mittagsstunde aufgerufen hatten die APBCEE, die Personalvertretung der Staatssparkassenmitarbeiter, und als Dachorganisation die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP.

Die von Solidaritätsdelegationen anderer Mitgliedsorganisationen der CGFP, des OGBL, der Bankengewerkschaft ALEBA, der KPL und von Déi Lénk unterstützten Manifestanten forderten die unverzügliche Umsetzung von zum Teil seit vielen Jahren ausstehenden Beförderungen bei der Spuerkees sowie grundsätzlich die Anwendung der Reform des öffentlichen Dienstes und des Gehälterabkommens in sämtlichen Bereichen des öffentlichen Dienstes – also auch bei der BCEE und in den anderen »Etablissements publics«.

Auch für die rund 1.800 Mitarbeiter der Spuerkees müsse ihr ständig im Radio zu hörender Werbespruch »Äert Liewen. Är Bank.« gelten, erklärte CGFP-Präsident Romain Wolff in seiner Ansprache. »Wie sech mat engem vun eis uleet, leed sech mat eis alleguerten un!«, stellte Wolff gleich mehrmals klar. Nachdem auch die Mediation bisher keinen Durchbruch gebracht habe, könne ein Streik bei der Spuerkees nicht mehr ausgeschlossen werden.

Der CGFP-Präsident erinnerte auch daran, daß der Staat sämtliche BCEE-Aktien hält, so daß die Regierung auch ganz alleine entscheiden kann, wie sich die BCEE-Direktion gegenüber ihren Mitarbeitern verhalten soll. Wenn die drei Parteien, die derzeit Verhandlungen für eine Neuauflage der »Gambia«-Koalition führen, nicht endlich aufhörten, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen, riskiere sie gleich zu Beginn der Legislatur »einen klassischen Fehlstart mit nicht absehbaren Folgen«. Wenn die Regierung nicht bald etwas unternehme, »kommen wir wieder – und dann werden wir viel mehr sein als heute!«

Romain Wolff bedankte sich bei allen Protestteilnehmern, »die ihre Mittagspause geopfert haben«, bei KPL-Präsident Ali Ruckert für sein Kommen und bei Déi Lénk für eine parlamentarische Frage zum Thema, die der Chamberpräsident aber leider nicht als dringlich eingestuft habe.

Auch APBCEE-Präsident Georges Dennewald dankte allen, die sich nicht von einem an sämtliche Mitarbeiter verschickten Drohbrief der Direktion einschüchtern ließen und startete eine Umfrage unter den Spuerkees-Mitarbeitern hinsichtlich ihrer Haltung zum letzten Angebot des Mediators, das der Nationalvorstand der CGFP Anfang November einstimmig zurückgewiesen hat, weil es dazu führen würde, daß Beförderungen von BCEE-Mitarbeitern in Zukunft noch schwerer wären und von noch mehr Bedingungen abhängen würden.

oe

Dienstag 27. November 2018