Arbeitskraft besser entlohnen!

Immer größere Teile der Bevölkerung haben heutzutage Probleme, um allmonatlich über die Runden zu kommen. Während Banken und Großunternehmen riesige Gewinne einfahren und ihre Aktionäre mit hohen Dividenden beglücken, müssen Erwerbstätige, die durch ihre Arbeitskraft den Mehrwert erschaffen, den Riemen immer enger schnallen.

Neben einem seit zehn Jahren anhaltenden Sozialabbau haben Reallohnverluste, wachsende Mietpreise, teurere Grundnahrungsmittel und Taxenerhöhungen auf kommunaler Ebene zu einem spürbaren Kaufkraftverlust geführt.

Eine Wende zum Positiven ist nicht in Sicht, Denn aus Gewerkschaftskreisen ist zu hören, dass das Patronat in Lohnverhandlungen nach wie vor fest mit beiden Füßen aufs Bremspedal. tritt. Forderungen nach Lohnaufbesserungen sind den Unternehmern vielfach nicht einmal eine Diskussion wert. Von linearen Lohnaufbesserungen ganz zu schweigen.

Eine Strategie, an der sich kurzfristig kaum etwas ändern dürfte. So gibt es nach wie vor Sektoren, in denen die Einstiegslöhne weiter nach unten revidiert, Lohntabellen außer Kraft gesetzt werden. Um Prämien zu beschneiden, Arbeitszeiten zu verlängern, Urlaubstage zu streichen und Errungenschaften aus alten Jahren kürzen oder ganz abschaffen zu können, schrecken Teile des Patronats nicht einmal davor zurück, bestehende Kollektivverträge einseitig zu kündigen.

Aufgrund einer solchen Haltung ist zu befürchten, dass zunehmend Erwerbstätige riskieren, bis ins Pensionsalter mit Niedriglöhnen abgespeist zu werden. Und da niedrige Löhne später notgedrungen auch niedrige Pensionen bedeuten, kann diese vom Patronat betriebene Lohnpolitik nicht weiter akzeptiert werden.

Im Interesse aller Schaffenden (und späteren Rentner) drängt sich deshalb in Lohnfragen schnellstens ein Umdenken auf, das vor allem darin bestehen muss, die Arbeitskraft gerechter, also besser zu entlohnen. Sich dafür einzusetzen, ist die Aufgabe aller Lohnabhängigen.

Gilbert Simonelli

(Foto: Archiv zlv)

Freitag 28. Dezember 2018