Ein Spitalsaufenthalt dauert im Schnitt 8,9 Tage

In Luxemburg dauert ein durchschnittlicher stationärer Krankenhausaufenthalt 8,9 Tage. Das ist einer aktuellen Studie von Eurostat zufolge relativ lang. Nur in vier EU-Staaten war die durchschnittliche Dauer der Spitalsaufenthalte im Jahr 2016 demnach länger. Spitzenreiter ist Tschechien mit 9,6 Tagen, gefolgt von Kroatien (9,3 Tage), Frankreich (9,1 Tage) und Deutschland (9,0 Tage).

Die amtlichen Statistiker der EU weisen aber darauf hin, daß ihnen für Griechenland, Portugal und Ungarn keine Daten vorlagen, und daß unter anderen Belgien, Deutschland, Frankreich und die Niederlande einen Teil oder alle Langzeitaufenthalte in Spitälern nicht berücksichtigt haben. Die Belgier kommen der Eurostat-Studie zufolge auf eine durchschnittliche Länge eines Krankenhausaufenthalts von 6,4 Tagen, die Niederländer auf den mit viereinhalb Tagen niedrigsten Wert. Auch in Dänemark und in Bulgarien liegt der Durchschnitt bei fünfeinhalb bzw. 5,3 Tagen.

»Unser Ziel ist es, den Patienten so lange wie nötig im Krankenhaus zu behalten«, erklärte Professor Jean-Louis Vanoverschelde, Medizinischer Direktor des Brüsseler Universitätsklinikums Saint-Luc – das mit mehr als 900 Betten und 5.800 Mitarbeitern größte Krankenhaus der belgischen Hauptstadt –, auf die Studienbefunde für Belgien angesprochen. »Die besten chirurgischen und Operationsmethoden führen heutzutage zu weniger Komplikationen und zu einer besseren Verträglichkeit seitens der Patienten, so daß wir sie früher wieder entlassen können.«

Einigen Experten zufolge ist nach vielen medizinischen Eingriffen mittlerweile keine Übernachtung im Krankenhaus mehr nötig. So geht Professor Vanoverschelde davon aus, daß die allermeisten Patienten, denen die Gallenblase entfernt wurde, das Spital am Abend des selben Tages wieder verlassen können. Für die Studie wurden nur öffentliche Krankenhäuser und keine psychiatrischen Einrichtungen berücksichtigt.

oe

(Foto: EPA)

Montag 7. Januar 2019