Cargolux-Direktion stemmt sich gegen kollektivvertragliche Verbesserungen

Gewerkschaften schalten Schlichtungsamt ein

Diese Woche meldeten die Gewerkschaften OGBL und LCGB, sie würden das Schlichtungsamt mit dem Kollektivvertrag befassen. Der Grund: Die Direktion des Luftfrachtunternehmens Cargolux weigere sich kategorisch über Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen zu verhandeln.

In einer Stellungnahme verweisen die Gewerkschaften darauf, dass das Bodenpersonal und die Piloten, die unzählige Überstunden machten und starke Belastungen hinnehmen mussten, an den guten Resultaten, die durch ihren Einsatz erst möglich wurden, beteiligt werden müssen.

Nach den schwierigen Jahren zwischen 2007 und 2012 und der anschließenden massiven Sparpolitik, die zum großen Teil auf dem Buckel der Beschäftigten und deren kollektivvertraglichen Errungenschaften erfolgte, ging es finanziell wieder aufwärts mit Cargolux.

Nach Nettoprofiten von 49 Millionen Dollar im Jahr 2015 und 5 Millionen Dollar im Jahr 2016, wurden 2017 bereits wieder 122,3 Millionen Euro Nettoprofit bilanziert. Und für 2018 soll ein Rekordresultat ins Haus stehen.

Das weckte bei den Beschäftigten die Hoffnung, dass Errungenschaften, die abgeschafft oder ausgesetzt wurden, wiederum kollektivvertraglich abgesichert und die entsprechenden Neueinstellungen erfolgen würden. Allerdings will die Direktion laut Gewerkschaften nichts davon wissen. Im Lohnbereich will sie zum Beispiel nur einmalige Prämien auszahlen, aber keinen allgemeinen Lohnerhöhungen zustimmen.

Cargolux ist bekanntlich praktisch ein Staatsbetrieb, denn ihr Kapital ist in den Händen der vom Luxemburger Staat kontrollierten Fluggesellschaft Luxair (35,1%), der Staatssparkasse BCEE (10,91%), der staatlichen Kredit- und Investitionsgesellschaft SNCI (10,67%), dem Staat selbst (8,32%) und der chinesischen Gesellschaft Henan Civil Aviation Development and Investment – HCNA (35%), die im Besitz der Provinzregierung von Henan ist.

A.R.

Donnerstag 10. Januar 2019