Erfolgreicher Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgesoises

Für Solidarität, Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit und Frieden

Diesen Sonntag, den 3. März 2019, fand im Kulturzentrum in Rodange der traditionelle Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises (UFL) statt. Erstmals vor 49 Jahren als Vietnam-Basar von der UFL ins Leben gerufen, um die Frauen und Kinder finanziell zu unterstützen, die Opfer des barbarischen Krieges wurden, den die USA in Vietnam führten, wurde der Basar nach dem Sieg des vietnamesischen Volkes in Solidaritätsbasar umbenannt.

Auch in diesem Jahr gab es erneut schön hergerichtete Verkaufsstände der einzelnen Sektionen der UFL, deren Einnahmen es der Frauenorganisation erlauben werden, auf nationaler und internationaler Ebene Solidarität zu üben.

Von Generalsekretärin Marie-Thérèse Friedgen besonders auf dem Basar begrüßt wurde der Differdinger KPL-Gemeinderat und Chefredakteur der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« Ali Ruckert, der kommunistische Schöffe der Stadt Rümelingen Edes Peiffer, und der Landespräsident des Lëtzebuerger Rentner- an Invalideverband Jos. Ruckert.
Musikalisch stand der Basar in diesem Jahr ganz im Zeichen des französischen Chansons, denn die Organisatoren hatten die Gruppe »Les Gavroches« eingeladen, die vor allem für ihre Interpretation von bekannten französischen Chansons viel Applaus ernteten.
In einer Festansprache bedankte Landespräsidentin Irène Bigler sich herzlich bei allen, die sich weiter dem Gedanken der Solidarität verpflichtet fühlen. In kurzen Worten erinnerte sie an die Geschichte der UFL, die 1945 von kommunistischen Frauen gegründet wurde und sich seither für die Verwirklichung der Frauenrechte, für Abrü­stung und Frieden und für nationale und internationale Solidarität mit Frauen und Kindern einsetzt.

Eingehender ging sie auf die Entwicklung in Luxemburg ein und hielt fest, dass Frauen in vielen Fällen noch immer weniger Lohn bekommen bei gleichwertiger Arbeit und Qualifikation, dass besonders viele Frauen von Altersarmut betroffen sind und Gewalt gegen Frauen noch immer an der Tagesordnung ist, und zum Beispiel das Frauenhaus »Foyer Sud« in Esch/Alzette aus allen Nähten platzt.

Scharf ging die Präsidentin der UFL ins Gericht mit der Wohnungsnot und den überhöhten Mieten, aber auch mit der Sonntagsarbeit im Handel, von der besonders viele Frauen betroffen sind, und forderte seitens der Regierung konkrete Maßnahmen, um diese Fehlentwicklungen, welche den Frauen und ihren Familien schwer zu schaffen machen, zu beenden.

Aus Anlass der Wahlen zum EU-Parlament, welche in Luxemburg am 26. Mai 2019 stattfinden, warnte Irène Bigler vor Rechtspopulisten und Rechtsextremisten, sparte aber auch nicht mit Kritik an der Europäischen Union, die sie als eine Vereinigung bezeichnete, welche im Interesse der Banken und Konzerne arbeitet, auf Kosten der Schaffenden. Als Beispiele nannte sie die Liberalisierung und Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen und die zunehmende Militarisierung. Sie forderte ein Europa der Solidarität zwischen den Völkern.

Neben dem Solidaritätsgedanken, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der UFL zieht, machte sich die Frauenorganisation insbesondere für die Gleichberechtigung der Frauen in allen Gesellschaftsbereichen stark, sei es gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die volle Rente für Witwen, die Erhöhung des Kindergeldes, die Abschaffung der Diskriminierung der Alleinerziehenden im Steuerbereich und den Bau von genügend Strukturen im Bereich in der Kinderbetreuung.

Zudem stand die UFL immer in der ersten Reihe, wenn es galt, den Frieden zu verteidigen und für atomare Abrüstung zu kämpfen.

Die Union des Femmes Luxembourgeoises, die seit 1945 Mitglied der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) ist und seit damals als einzige Frauenorganisation in Luxemburg Jahr für Jahr den Internationalen Frauentag feiert, arbeitet seit 1975, im Interesse der Rechte der Frauen und der Gleichberechtigung, auch mit anderen Frauenorganisationen im Rahmen des »Conseil National des Femmes«, des CID-Femmes und seit mehreren Jahren auch mit der Aktionsplattform JIF zusammen.

Auch in diesem Jahr macht die UFL erneut bei der Aktionsplattform mit, der sich mehr als 20 Frauenorganisationen angeschlossen haben. Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, startet um 12.00 Uhr eine Demonstration am hauptstädtischen Bahnhof, welche ihren Schluß um 13.00 Uhr auf der Place d’Armes mit einer Kundgebung finden wird.

Für den 10. März ist in der Abtei Neumünster ein Kulturfest angesagt, an welchem auch die UFL sich mit einem Informationsstand beteiligen wird.

Nik.

Montag 4. März 2019