Sozialwahlen: Ab heute wird ausgezählt

526.476 Schaffende waren aufgerufen, ihre Vertreter in die Salariatskammer zu wählen. Über 10.000 Kandidatinnen und Kandidaten bei Ausschußwahlen

Im Arbeits- und Sozialversicherungsministerium am hauptstädtischen Rouse­gäertchen wird heute mit der Auszählung von rund 175.000 Stimmzetteln für die Neuwahl der Salariatskammer CSL begonnen. Zwar waren diesmal 526.476 Schaffende (399.407 aktive und 127.069 Rentner) aufgerufen, in neun Berufsgruppen ihre 60 Vertreter in die Vollversammlung der CSL zu wählen, erfahrungsgemäß macht jedoch nur ein Drittel der Abstimmungsberechtigten von seinem Wahlrecht Gebrauch. Gestern um 18 Uhr endete die Abgabefrist, es gilt der Poststempel.

In 3.806 Betrieben mit 15 oder mehr Mitarbeitern finden heute (bzw., wenn in Schichten gearbeitet wird, fanden bereits am Samstag, Sonntag oder Montag) außerdem Ausschußwahlen statt – in Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten nach dem Majorzsystem, ab 101 Mitarbeitern nach dem Proporzsystem.

Bei den letzten Sozialwahlen am 13. November 2013 hatte der OGBL 38 der 60 Sitze in der Vollversammlung der Salariatskammer gewonnen, der LCGB 15, die Bankengewerkschaft ALEBA vier Mandate, der FNCTTFEL-Landesverband zwei und die christliche Transportarbeitergewerkschaft Syprolux einen Sitz. In der ersten Sitzungsperiode der Salariatskammer nach der Einführung des Einheitsstatuts im Privatsektor (ab Januar 2014) stellte der OGBL 36, der LCGB 16, die ALEBA fünf, der Landesverband zwei und der Syprolux ein Mitglied in der Vollversammlung.

Wenn der LCGB dieses Mal weniger als die bisherigen 15 Mandate in der Vollversammlung der CSL gewinnt, würde der Christliche Gewerkschaftsbund den Status als national repräsentative Gewerkschaft verlieren. Seitens des OGBL würde dann bestimmt die Forderung nach einer Einheitsgewerkschaft in Luxemburg erneuert.

Für die ALEBA gilt Gleiches hinsichtlich der sektoriellen Repräsentativität im Banken- und Versicherungssektor, wo sie bei den letzten Ausschußwahlen im November 2013 noch über die Hälfte der Mandate in den Personaldelegationen gewonnen hatte. Sollten die Turbulenzen nach dem Rücktritt ihres Präsidenten Roberto Scolati der ALEBA die Mehrheit der Ausschußmandate kosten, würde das OGBL-Syndikat Banken und Versicherungen die Kollektivverträge für den Banken- und für den Versicherungssektor künftig allein mit dem Patronat aushandeln.

Bei den Ausschußwahlen gibt es insgesamt mehr als 10.000 Kandidatinnen und Kandidaten. Der OGBL unterstützt Eigenen Angaben zufolge 5.120 in 710 Betrieben, der LCGB 3.750 in 456 Betrieben. Die ALEBA schickt in 116 Banken und Versicherungsunternehmen 960 Männer und Frauen ins Rennen, der Syprolux bietet (inklusive sechs bei der CSL-Wahl und Doppel- oder Dreifachkandidaturen beim staatlichen Eisenbahnunternehmen CFL) 64 Kandidaturen auf und der Landesverband 155 (inklusive sechs bei der CSL-Wahl und zehn OGBL-Kandidaten bei den Delegiertenwahlen in der Hauptstadt). Die NVGL bietet 34 Kandidatinnen und Kandidaten für die Delegiertenwahlen in Luxemburg-Stadt auf und die NGL-SNEP kandidiert nur in einzelnen Betrieben zu den Ausschußwahlen.

oe

Wenn der OGBL bei den Sozialwahlen ähnlich gut abschneidet wie beim letzten Mal, wird er seine Forderung nach einer Einheitsgewerkschaft bestimmt erneuern (Lancierung der Wahlkampagne am 8. Januar in der Escher »Maison du Peuple«) (Foto: ZLV)

Montag 11. März 2019